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eXistenZ - Du bist das Spiel (1999)

Eine Kritik von schatzibobbers (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 28.02.2008, seitdem 289 Mal gelesen


Mit "eXistenZ - DU BIST DAS SPIEL" stand uns im Jahre 2000 ein echter Cronenberg ins Haus, wie wir ihn lieben.
Surreale Grundelemente, virtuelle Realität und Ekel-Gewalt als künstlerisches Stilmittel - mit dieser Mixtur geht der Regisseur der Frage nach der Grenze zwischen Traumwelt und Realität nach, wobei der Übergang „MATRIX"-like an dieser Stelle mehr als fließend ist.

eXistenZ ist das neueste Wunderwerk von Spiele-Ikone Allegra Geller, bei dem der Spieler mithilfe einer direkten Verbindung im Rückenmark direkt in das Spielgeschehen gesogen wird und die Traumwelt als realistischen Lebensraum wahrnimmt. Ähnlich der „MATRIX" verlieren die Protagonisten in dieser komplexen Struktur jedoch schnell den Bezug zur Realität - eine Differenzierung in „Sein" und „Schein" ist nicht mehr gewährleistet.

Cronenberg
spielt geschickt mit diesem fantastischen Element, führt den Zuschauer an der Nase herum, lässt ihn im Unklaren darüber, ob man sich gerade in der Traumwelt oder Realität befindet. Mit Jude Law, Jennifer Jason-Leigh und Willem Dafoe steht ihm dabei ein engagiertes Ensemble zur Seite, dass ohne besonders herauszuragen seine Sache mehr als ordentlich macht. Das Hauptaugenmerk des Streifens liegt aber Cronenberg-like mal wieder in den ausufernden Gewaltdarstellungen und Ekeleffekten, die mit der Dampfhammer-Methode eingesetzt werden. Wie wohl kaum ein anderer Regisseur verknüpft der Kanadier diese Elemente scheinbar spielend mit jedweder Story auf der Jagd nach dem „Aha-Effekt", was ihm auch diesmal wieder mit Bravour gelingt.
Diese Kombination aus surrealen Elementen in Allerwelts-Geschichten ist geradezu prädestiniert für einen Film des Meisters, was seine Filme auch so einzigartig aus der breiten Masse herausragen lässt. Entweder man liebt seine Filme... oder man hasst sie!

Da ich zu ersterer Sparte gehöre kann ich auch eXistenZ nur lieben. Die phantastische Geschichte ist durchweg gut konzipiert und lässt Logiklöcher weitgehend aus, auch wenn diese rationelle Gratwanderung auf den ersten Blick nicht immer logisch und nachvollziehbar scheint. David Cronenberg fesselt den Zuschauer von Beginn an an den Schirm - die Geschichte lässt niemanden los, schockiert, fasziniert und beunruhigt gleichzeitig. Mit unglaublicher Liebe zum Detail werden selbst kleine Details liebevoll verarbeitet.

Freunde des phantastischen Films und Anhänger des Regisseurs kommen nicht umhin, dieses Werk zu begutachten ... und der Großteil wird darin sowieso eine kleine Genre-Perle" ausmachen. Alle anderen werden sich den Film ohnehin nicht zu Gemüte führen - die kommerzielle Komponente ist bei David Cronenberg gewöhnlicherweise recht niedrig, was dazu führt, das seine Filme die Startwoche auf der Leinwand in der Regel nicht überleben.
Für mich immer noch ein Meister seines Fachs - eine Filmemacher mit grenzenloser Fantasie, der es auf erstaunliche Weise immer wieder schafft, wahre Kunstwerke auf die Leinwand zu bringen. Ich mag ihn!

(9 / 10)


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