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Street Kings (2008)

Eine Kritik von Onkel (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 23.02.2009, seitdem 396 Mal gelesen


Grundsolider Cop-Thriller um korrupte Bullen und Undercoverermittlungen im Parade-Verbrechenssumpf der Neuzeit, der Stadt der Engel. Regisseur David Ayers verzichtet in seinem urprünglich zweieinhalbstündigen, dann fürs Kino auf gut 100 Minuten heruntergekürzten Blick auf verschwimmende Grenzen von Recht und Unrecht auf spektakuläre Effektszenen und ausufernde Actionanteile. Stattdessen liegt der Fokus des Interesses klar auf der durchaus spannend daherkommenden Story, die zwar letztlich keinen Innovationspreis gewinnt, aber den Zuschauer doch bis zum leider etwas zu unspektakulären Ende mitfiebern lässt, wer die lebensgefährliche Gradwanderung zwischen Gesetz und Kriminalität überlebt.
Trotz der relativ bescheidenen Actionanteile geht "Street Kings" durchweg ruppig zur Sache. Dienstvorschriften sind bestenfalls Nebensache, hier heiligt der Zweck jedes Mittel und niemand darf sich als klischeehafter Saubermann präsentieren - und das ist gut so! Shootouts sind mit einer gehörigen Portion Härte inszeniert, wirken aber dennoch recht realistisch, wie auch der Film überhaupt einen ziemlich dreckigen, realistischen Anstrich abseits des sonst üblichen Hollywood-Bombasts zu vermitteln sucht. Im Einlang mit einer optisch unkomplizierten, nüchternen Inszenierung gelingt dieses löbliche Unterfangen auch insgesamt recht gut. Schade bloss, dass sich "Street Kings" gerade zum Ende hin doch etwas sehr zurückhält, was die Action anbelangt.

Wenn auch oftmals für seine Ausdruckslosigkeit gescholten, so kann "Matrix"-Star Keanu Reeves in der Rolle des desillusionierten Killercops überzeugen. Sein Vorteil: Vieler Gesichtsausdrücke und komplizierter Charakterdarstellung bedarf es diesmal nicht. Forest "Ghost Dog" Whitaker dagegen wirkt schon etwas lebendiger, aber für meinen Geschmack nicht durchtrieben und charismatisch genug. Hier hätte man womöglich eine noch bessere Besetzung finden können, ebenso wie Hugh Laurie mit seinem Dr. House-Image für Eingeweihte nur schwerlich in einer Ermittlerrolle ernstzunehmen ist. Am objektiv sehr brauchbaren Schauspiel ändert dies jedoch nichts.

Fazit: Ein rundum gelungener Cop-Thriller, der zwar nichts Neues bietet, dafür aber ausgesprochen kompromisslos und angenehm nüchtern inszeniert daherkommt.


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