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Babylon A.D. (2008)
Eine Kritik von floair (Bewertung des Films: 6/10) eingetragen am 27.04.2009, seitdem 496 Mal gelesen
Hier hat man Regisseur Mathieu Kassovitz (Die purpurnen Flüsse) gewaltig in die Suppe gespuckt. Nach der Novelle "Babylon Babies" von Maurice G. Dantec verfasste Kassovitz zusammen mit Eric Besnard ein Screenplay, welches von den Produzenten nicht geduldet wurde. So wurden einige Teile umgeschrieben, zudem musste sich Kassovitz an das PG-13 Rating halten, welches den guten Actionszenen arg zugesetzt hat. Hätte man Kassovitz hier nach eigenem Gutdünken arbeiten lassen, wäre "Babylon A.D." ein würdiger Vertreter im ziemlich ausgestorbenen Genre Science Fiction geworden. So wirkt er stark an "Children of Man" angelehnt, ohne dessen Klasse zu erreichen. 60 Millionen Dollar wurden investiert, so konnte man fast komplett auf CGI verzichten.
Ich hätte es Vin Diesel (Triple X) wirklich gegönnt. Er ist wie geschaffen für diese Rolle und gibt selbst in emotionaleren Momenten eine gute Figur ab. Er verkörpert den Söldner Toorop, der für den Gangster Gorsky (Gérard Depardieu) die junge Aurora (Mélanie Thierry) nach New York schmuggeln muss. Begleitet von der kampferprobten Rebeka (Michelle Yeoh) macht sich das Duo auf eine lange Reise voller Gefahren. Auch merkt Toorop zu spät, welches Geheimnis Aurora verbirgt.
Das Beste an "Babylon A.D." ist zweifelsohne die düstere Kulisse. Egal ob Ostblock, Alaska oder Amerika, in dieser traurigen Zukunft kann man sich nicht wohlfühlen. Kassovitz präsentiert tolle, teils sogar atemberaubende, Kamerafahrten durch eine zerstörte Zukunft. Der Score hat eine ganze Palette an verschiedenen Melodien zu bieten. Ob Rap, Rock oder klassische Musik, man hat die richtige Mischung gefunden.
Sehr vielversprechend beginnt der Film, nimmt sich ein wenig Zeit für seinen Helden, bevor der Auftrag beginnt. Action wurde eher sparsam gesetzt, so muss man ein wenig Geduld haben, bevor Diesel in Aktion tritt. Und man merkt jeder Actionsequenz die niedrige Freigabe an. Kaum lässt es Kassovitz krachen, schon beginnt die Kamera zu wackeln, die Schnitte werden hektisch, oft ist das Geschehen auch nur von weiter Ferne zu betrachten, oder im Off zu hören. Gerade harte Actionsequenzen hätten "Babylon A.D." gut getan. Trotzdem geht die Action in Ordnung. Shootouts, kleinere Nahkämpfe und die rasante Jagd auf den Schneemobilen können sich wirklich sehen lassen. Zwischendurch sehr bedrückende Szenen, zum Beispiel als sich Menschenmassen um ein paar Plätze im U-Boot beharken. Ein riesen Störfaktor ist das Finale, welches schon lange vor Filmende stattfindet und hier wird der Film auch ein wenig absurd. Man kann ein paar Wendungen bieten, die Spannung ist auf solidem Niveau, doch die finale Auflösung um Aurora enttäuscht maßlos.
So bleiben einem vielleicht die guten Darsteller in Erinnerung. Diesels gute Performance erwähnte ich bereits, auch die wortkarge Michelle Yeoh weiss zu überzeugen. Gérard Depardieu und Charlotte Rampling als Gegenspieler sind gut gewählt, Mélanie Thierry hätte sich allerdings noch ein wenig mehr Mühe geben können, sie wirkt zu ausdruckslos.
Es ist wirklich schade, Potential ist auf jeden Fall vorhanden. Mit einer besseren Auflösung und härterer Action, wäre "Babylon A.D." eine höhere Wertung kaum abzusprechen. Extrem düster sind die Sets, passend der Score und die Darsteller überdurchschnittlich. Das nervige PG-13 Rating macht die gute Action teils zu Nichte, aber auch das lahme Finale macht viel kaputt.
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