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Babylon A.D. (2008)
Eine Kritik von Kiste (Bewertung des Films: 6/10) eingetragen am 18.01.2011, seitdem 366 Mal gelesen
Europa ist durch zahlreiche Kriege in einem desolaten Zustand. In New Serbia versucht jeder sich irgendwie durchzuschlagen. Einer von ihnen ist der amerikanische Söldner Toorop, der hier im Exil lebt. Eines Tages erhält er von Gorsky, einem Unterweltboss mit weitreichenden Beziehungen, einen Auftrag den er nicht ablehnen kann. Er soll das Mädchen Aurora unversehrt nach New York bringen. Als Gegenleistung erhält er einen neuen Pass und ein ordentliches Startkapital. Zusammen mit ihrer Aufpasserin macht sich Toorop auf den Weg quer durch Russland und über Kanada nach Amerika. Doch schon schnell werden zwei Dinge klar: Erstens ist Aurora kein normales Mädchen und zweitens gibt es noch andere Mächte, die hinter dem Mädchen her sind.
Babylon AD hat bei mir ein sehr zwiespältiges Gefühl ausgelöst. Der Film hat einige sehr positive Aspekte, dafür auch wieder andere die Magengrimmen auslösen. Ansprechend umgesetzt ist jedenfalls der Beginn im abgewrackten Osteuropa, wo speziell Diesel wieder seine Paraderolle als harter Maxe und Ein-Mann-Armee zelebrieren darf (aber zu doof ist ein funktionierendes Feuerzeug aufzutreiben), schön eingefärbt in bedrückend düsterer Atmosphäre. Nach dem Start gehts aber von Minute zu Minute eher abwärts, was hauptsächlich an der verwirrend aufgebauten Handlung, aber besonders am "Paket" des Kuriers des Zaren liegt. Dieses besteht nämlich aus einer hysterischen Zippe, die mit Fortdauer von lästig zu obernervig mutiert. Man darf munter drauflosspekulieren was die Blödblinse nun eigentlich darstellen soll, welche Kräfte sie hat, oder warum mehere Parteien ebenso noch hinter ihr herjagen, nur um dann am Schluß mit einer hingeworfenen Erklärung eher unbefriedigend entlassen zu werden. Die Rolle ist, ebenso wie der Großteil des Films, angelegt an das fünfte Element, nur das Milla Jovovich dort sympathisch rüberkam.
Dabei sind die Vorraussetzungen für einen guten Sci Fi Reisser absolut gegeben. Kohle für eine visuell aufwendige Produktion war vorhanden und sogar ein ganzer Haufen exzellenter Darsteller konnten gewonnen werden. Allerdings verschleißen sich Depardieu und Rampling eher in Nebenrollen und auch Jerome Le Banner (einer der Top K1 Martial Arts Kämpfer) ist als Prügelknabe in einer vielleicht 3minütigen Sequenz als würdiger Gegner eher verschwendet. Diesel und Yeoh als zentrale Figuren kommen gut rüber, die Besetzung jedenfalls ist top. Action gibts auch satt, meist zwar reichlich übertrieben, aber man kann nicht sagen das der Film langweilig sei. Anders siehts dabei mit den Dialogen aus, die gen Ende immer ausufernder in reliigiösen und ethischen Blabla erschöpfen. Das Ende ist dann wieder eine ziemliche Enttäuschung und kann eigentlich nur mit einem geplanten Sequel erklärt werden, da kaum einer der angerissenen Plots befriedigend abgeschlossen wird und auch der böse Obermotz noch am Leben ist, es stellt sich doch ein gewisser Häh?-Faktor ein.
Obwohl Regisseur Kassovitz sich mit düsteren Szenarien ja eigentlich auskennt, kann Babylon nicht wirklich überzeugen. Die ausdrucksvollen Bilder dieser apokalyptischen Zukuntsvision sind zwar gelungen, dennoch stellen sich, zumindest bei mir, keine spontanen Begeisterungsgesänge ein. Zwar nett anzuschauen, aber längst nicht so dicht wie die purpurnen Flüsse vom gleichen Macher.
6/10Â
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