|
 |

Ansicht eines Reviews
Tanz der Teufel (1981)
Eine Kritik von Mr. Erpel eingetragen am 03.10.2009, seitdem 320 Mal gelesen
TANZ DER TEUFEL (USA 1981)
("The Evil Dead")
Ein Film von Sam Raimi mit Bruce Campbell, Ellen Sandweiss, Richard DeManincor, Betsy Baker, Theresa Tilly und Dämonen des Teufels höchst persönlich.
You bastards, why are you torturing me like this? Why? (Ash)
Als dieses Machwerk im Jahre 1981 auf die Filmwelt losgelassen wurde, hätte wohl niemand damit gerechnet, besonders Regisseur Sam Raimi und sein Team, welchen Werdegang ihr "Evil Dead" gehen wird und wie schnell sich der damals 23-Jährige Raimi vom Nobody zu einem sehr gefragten Regisseur entwickelte. Auf den Filmfestspielen von Cannes noch die Gemüter des Publikums spaltend, avancierte "The Evil Dead" in nur wenigen Jahren zum absoluten Kultprogramm eines jeden Horrorfans und ist in Hinblick auf die Entwicklung des phantastischen Films ein wegweisender Schritt gewesen.
Dabei fing alles so gemächlich an. Vier Jahre zuvor, im Jahr 1978, realisierten Raimi und seine Freunde Bruce Campbell (Ash) und Produzent Robert Tapert mit Blickrichtung auf ihren späteren Langfilm einen Kurzfilm namens "Within The Woods“. Auf Interesse einer größeren Produktionsfirma wartete man jedoch vergebens. Was das Zustandekommen des Projekt aber nur zeitlich hinauszögerte, denn nachdem fleißig bei Bekannten und Freunden die finanziellen Mittel eingetrieben wurde, konnten sich die Freunde erneut die Kamera schnappen und im Wald einen Film drehen, der ab 1982 in gefüllten Kinosälen Angst und Schrecken verbreiten konnte.
Dabei ist die Geschichte um die fünf Freunde, die sich in einer abgelegenen Hütte nur ein paar schöne Tage machen wollen, so schlicht und simple. Wie es an einsamen Orten nun einmal ist, machen sie nach kurzer vergnüglicher Zeit einen geheimnisvollen Fund und erwecken mittels des Buches "Naturon Demonto" (Das Buch der Toten als Hommage an den US-amerikanischen Schriftstellers H.P. Lovecraft und seinem Buch "History of the Necronomicon") und eines Tonbandes abscheuliche dämonische Wesen, die nun Besitz von ihnen ergreifen wollen.
Dass sich dieser simple Plot aber zu einem echten Höllentrip entwickeln konnte, kann man dem Einfallsreichtum des Filmteams um Regisseur Raimi verdanken, denn sie haben es verstanden, aus sehr begrenzten finanziellen Mitteln (500.000 Dollar) das Optimum herauszukitzeln. Es sind die minimale Zutaten (Nebel, Dämonen, Buch, Hütte etc.) und die Verknüpfung dieser, die „The Evil Dead“ zu einer ungemein interessanten und spannenden Horrorkomödie reifen lassen. Komödie deshalb, weil Raimi darüber hinaus seinen Film mit einer solchen Selbstironie und einen einigen Slapstick-Einlagen bereicherte, die zwischendurch immer wieder für kurzes Aufatmen sorgen, aber nie die dichte Atmosphäre unterbrechen. Es sind skurrile Szenen, die für Erheiterung sorgen, aber auch so schnell wieder umschlagen. Es sind die innovativen Kamerafahrten und die Vielzahl an verschiedenen Perspektiven auf das Geschehen, die nie Langweile aufkeimen lassen. Dass z.B. die sogenannte „Shakycam“, eine auf einem Brett befestigte und von zwei Leuten quer durch den Wald und die Kulissen getragene Kamera, so viel Intensität erzeugen konnte, hätte man wohl nicht gedacht. Eine inszenatorische Feinheit, die das Böse im Wald wahnsinnig gut illustrierte. Es ist schlichtweg die Ungewissheit vor dem nächsten Einfall und der kommende Zutat. Es ist außerdem die Geburtsstunde eines gewissen Bruce Campbells, der durch sein Auftreten als „erschrockener“ und „unerschrockener“ Held Ash den Dämonen den Kampf ansagt. Er führt den Zuschauer mit viel Charme durch das blutige Splatterfest und spielte sich in das Herz des Horrorfans, wobei sich seine Rolle noch nicht so richtig entfalten konnte.
Nachdem ich diesen Film gesehen habe, kann ich sehr gut nachvollziehen, warum sich der Film zum Kultfilm entwickelte. Es ist wie oben beschrieben ein wegweisender Film für das Horrorgenre gewesen, dem auch heutzutage immer wieder Ehre erwiesen wird. „Tanz der Teufel“ ist ein sehr originelles, eigenwilliges Werk vom damals noch blutjungen Sam Raimi, bei dem das Gesamtkonzept aus Setting, Regie, Kamera, Make-Up, Effekte und Schauspieler stimmt und komplett aufgeht. Davor kann der Zuschauer nur den Hut ziehen.
5 / 6 Dämonen
By the way: Einer der beiden Coen-Brüder, Joel Coen, hatte hier ebenso seine Hände im Spiel und fungierte als Assistant Film Editor.
 | "Surprise me!" BETA |
Zur Übersichtsseite des Films Liste aller lokalen Reviews von Mr. Erpel
Zurück
 |
 |
|