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Paranormal Activity (2007)

Eine Kritik von Maichklang (Bewertung des Films: 4/10)
eingetragen am 01.12.2009, seitdem 1808 Mal gelesen


Am Anfang war „Cannibal Holocaust“. Das Expeditionsteam im Dschungel hält seine grausamen Taten fest und wird dafür am Ende bestraft, - Ihr Ableben wird dem Zuschauer als dokumentarisches Bildmaterial nahe gebracht, die Videokamera liegt am Boden und von dort aus sieht man die letzten Zuckungen.
Dann kam „The Blair Witch Project“, in dem drei Studenten in Maryland eine Doku über die Blair Witch Hexe drehten, - von da an ging der Boom der Handkamera-Filme erst richtig los und zog effektive Knaller wie den spanischen „[Rec]“ oder „Cloverfield“ nach sich.
Auch „Paranormal Activity“ wandelt auf den Faden kostengünstigen Budgets von 15.000 Dollar und wendet sich an die Urängste des Zuschauers:
Also entweder besitze ich keine oder habe nach dem ganzen Hype, trotz niedriger Erwartungshaltung, letztendlich doch etwas Besonderes erwartet.

Doch das bietet der Streifen gänzlich nicht. Er setzt in etwa da an, wo das „St. Francisville Experiment“ aufhört, indem sich das Paar Katie und Micah in ihrem neuen Zuhause filmt.
Seit ihrem achten Lebensjahr wird Katie von paranormalen Erscheinungen heimgesucht und da es nachts besonders schlimm wird, zeichnet die auf einem Stativ angebrachte Kamera im Schlafzimmer alles auf, was an übersinnlichen Erscheinungen zu Tage tritt…

Zugegeben, es ist ein kleines Kunststück, eine Geschichte ohne den allwissenden Erzähler, der allgegenwärtigen Kamera zu visualisieren, indem man ausschließlich Sequenzen der Handkamera geschickt montiert und auch wenn diese mal kurz beiseite gelegt wird, trotzdem noch relevante Momente einzufangen.
So kann man während der Exposition auf ein natürliches Paar setzen, welches mit lebensnaher Improvisation Authentizität liefert.
Soweit, so brauchbar.

Doch die Faszination des Übersinnlichen erleidet frühzeitig Schiffbruch, auch wenn man zunächst mit voller Aufmerksamkeit die nächtlichen Aufzeichnungen verfolgt. Man achtet vor allem auf die Zeiteinblendung links unten, die zunächst im Vorspultempo abläuft. Wenn diese schließlich in Realtime umschwenkt, Sekunde für Sekunde, achtet man schon auf jede Bewegung, jedes kleine Geräusch im Schlafzimmer des Paares.
Und als sich zunächst die Tür wie von unsichtbarer Hand bewegt ist das auch durchaus als Appetizer für kommende Phänomene zu werten, doch die bleiben weitestgehend aus und beinhalten kaum mehr, als der ungeschickte Trailer nicht schon preisgibt.

Mehr soll auf inhaltlicher Ebene auch gar nicht groß verraten werden, doch mit etwas Poltern und Fußspuren im ausgestreuten Mehl erzeugt man keine Gänsehaut, geschweige denn, verursacht schockierende Momente bei Zuschauern, die seit „Bis das Blut gefriert“ sicher mehr als nur einen Gruselfilm gesehen haben.
Gut, die pseudo-dokumentarische Atmosphäre bleibt bestehen, vor allem, weil sich das Paar in eine Krise hineinsteigert, anstatt den Erscheinungen mit rationalen Mitteln entgegen zu treten und den Parapsychologen anzuzweifeln, der zweimal aufkreuzt.
Aber wer beim dritten Poltern aus dem Untergeschoss noch kein Licht einschaltet (was wohl jeder als erstes tun würde), den kann man gegen Ende auch nicht mehr ganz ernst nehmen.

21 Nächte in einem Haus in San Diego im Jahre 2006. Das bedeutet für einige Zuschauer womöglich das effektivste Homevideo aller Zeiten, doch ehrlich gesagt, ist mir das zuviel Hype um nichts, um eine langweilige Story in pseudo-realen Bildern.
Gerade in Bezug auf das Ende (der alternative Director´s Cut ist da etwas sensibler) verspielt man eine Menge Potential, welches bis zum Mittelteil noch einigermaßen entfaltet wird, aber nach und nach seine Wirkung verpufft.
Stilistisch durchaus geschickt, doch „Paranormal Activity“ bietet weder eine spannende Geschichte, noch interessante Figuren, geschweige denn, einen dramaturgischen Höhepunkt, der einen in irgendeiner Weise umhaut.
Aber das Schlimmste bei alledem: Man gruselt sich nicht.
4 von 10


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