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Schindlers Liste (1993)

Eine Kritik von Brian (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 03.07.2005, seitdem 391 Mal gelesen


Um alle Streitigkeiten vorwegzunehmen, ich glaube, nein, ich bin davon überzeugt, dass Spielberg kein Kommerzregisseur ist. Ich betrachte ihn als einen Meister der Filmemachens, der sich einen Traum erfüllt hat und das Medium Film als eine Inspirationsquelle betrachtet, diese aus Überzeugung verwendet und weiterbringt.

Seine Meisterwerke wie "The Color Purple" oder "Empire of the Sun" sind unvergesslich, psychologisch packend, und immer zu einem bestimmten Grad nachvollziehbar.

In "Schindlers List" entwickelt er sich stätig weiter, jede Minute des Film bringt den Zuschauer noch tiefer ins Geschehen, in den Tod und das Leben, in die Hoffnung, die Verletzlichkeit der Person Oskar Schindler und seiner Menschlichkeit.

Es ist immer wieder schön anzuschauen, wie es Spielberg gelingt einen Schauspieler zu motivieren, ihn dazu zu bewegen seine Rolle im gesamten Film zu erleben, sie so zu spielen als wäre es das Leben, das Leben des Charakters selbst, in diesem Fall das von Oskar Schindler. Meisterhaft gespielt von Liam Neeson, eine untypische Rolle für ihn, der mich vor allem in "Nell" sehr überzeugt hat. Doch es ist Ben Kingsley, der durch seine Zurückhaltund und seine Kamerapräsenz einen großen Teil des Films ausmacht. Es geht um Schindler, verstärkt in seinem Lebensabschnitt von seiner Blütezeit als Fabrikbesitzer bis zum Werdegang zu menschlicher Nähe und Zuneigung, der im Film sehr deutlich zum Vorschein kommt, doch wohl eher durch Kingsley und seiner "Harmonie" mit Schindler. Spielberg gelingt es auf eine beeindruckende Art und Weise eine Gut/Böse Konstelation zu schaffen. Natürlich ist es bei einem solchen Thema ziemlich schwierig eine psychologisch-feindliche Charakterzeichnung zu schaffen. Sie so zu schaffen, um den Unterschied der NSDAP und der Menschlichkeit in Form von Schindler differenziert darzustellen und stätig weiterzuentwickeln.

Spielberg nutzt den Charakter von Amon Göth (grandios: Ralph Fiennes) als den Gegenspieler von Schindler, der sich im Laufe der Geschehens mehr und mehr in die Ecke gedrängt wird, um von Schindler psychisch eingesperrt zu werden.

Spielberg hält sich nicht wirklich an den Romanvorlage von Thomas Keneally sondern ist gezwungen dramatische Elemente einzubeziehen, die in dieser Weise sicherlich nicht vorgekommen sind. Das ist wohl der einzige Kritikpunkt, der den positiven Gesamteindruck von "Schindlers List" deutlich trübt, denn so verliert der Film sehr viel von sehr stätig steigenden Autenzität und zeitlicher wie geschichtlicher Nähe.

trotzdem: 9 von 10 Punkte


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