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Spiel mir das Lied und du bist tot! (2008)

Eine Kritik von niklas90 (Bewertung des Films: 3/10)
eingetragen am 01.04.2008, seitdem 489 Mal gelesen


Die Brüder Billy und Bobby leben im wilden Westen zusammen mit ihrer Mutter. Eines Tages kehrt ihr Vater zurück und schiebt seinen Söhnen seine Raubzüge in die Schuhe, weswegen sie vom Sheriff verhaftet werden. Ihr Onkel holt sie zwar aus dem Gefängnis, aber nur, um das Kopfgeld zu kassieren und nachdem die beiden von ihrer gesamten Familie gelinkt wurden, taucht ihre Schwester wieder auf, die ihr Vater verkaufte.

Mit dem (In Anbetracht der guten TV-Quoten, vorerst) letzten Teil endet also die "Funny Movie" Reihe auf Prosieben und ich werde ihr definitiv nicht hinterhertrauern. Nach dem überaus schwachen "Dörtes Dancing", in dem Janette Biedermann ihre absolute Talentlosigkeit unter Beweis stellen konnte und dem absolut desolaten "H3", den ich immer noch als das mit Abstand schlechteste sehe, dass ich jemals erleben musste und dem immerhin mittelmäßigen "Eine wie keiner", der dem Titel "Funny Movie" wenigstens im Ansatz gerecht werden konnte, ist "Spiel mir das Lied und du bist tot!" wieder ein kleinerer Rückschritt, aber immer noch besser als die ersten beiden Werke der Reihe.

Nachdem man also bereits Liebesfilme, Horrorfilme und Teeniekomödien parodiert hat, bleibt diesmal auch dem Western-Genre nicht erspart. Und einmal mehr gibt es das Hauptproblem, dass der Film das Genre nicht bei seinen Schwachstellen, wie beispielsweise bei den vorhersehbaren und stereotypen Storys oder bei den unrealistischen und übertriebenen Schießereien trifft. Stattdessen spielt man einen durchschnittlichen Western nach, landet nicht einen Schlag unter der Gürtellinie, wird damit einmal mehr den eigenen Ansprüchen der "Großen Prosieben Filmverarsche" nicht gerecht, zeigt den amerikanischen Filmemachern erneut nicht, was Sache ist und tangiert das Thema lediglich peripher. Dass der Film weder Tiefe hat, noch gute Wendungen beinhaltet, noch einen Ansatz von niveauvollen Wortwitz hat und stattdessen mal wieder auf Slapstick setzt, ist einmal mehr nicht überraschend und erneut ein Ärgernis. Darüber hinaus ist der Film nach "Der Schuh des Manitu" noch überflüssiger, als der Rest der Reihe sowieso schon ist.

Immerhin wird der billige Slapstick-Humor stellenweise ganz amüsant, wobei die Treffer-Quote immer noch sehr niedrig ist und nicht an "Eine wie Keiner" herankommt, außerdem gibt es ein paar Seitenhiebe auf Amerika, was an sich schon einmal sehr lobenswert ist. Die Filmmusik ist, wie der Titel bereits vermuten lässt, ein Zusammenschnitt aus diversen Western, der eigentlich solide gelungen ist, wobei ich persönlich die Musik nicht leiden kann. Auch die Kulisse entspricht dem amerikanischen Western und ist nicht sonderlich schlecht. Dennoch bringt die solide Umsetzung von Regisseur Erik Haffner, den man spätestens nach der "Prosieben-Märchenstunde" hätte wegsperren sollen, überhaupt nichts, wenn der Unterhaltungswert nicht stimmt. Spannung und Dramatik werden selbstverständlich überhaupt nicht aufgebaut und durch den dämlichen und kalkulierenden Slapstick-Humor hält sich auch die Unterhaltung in Grenzen. Wirklich langweilig wird der Film zwar nicht, aber die Unterhaltung ist mehr als mäßig und natürlich überaus kurzweilig.

Beide Hauptdarsteller (Sigi Terpoorten und Niels-Bruno Schmidt), die beide bisher durch diverse Fernseh-Produktionen in Erscheinung treten konnten, leisten solide Arbeit, sind aber leider nicht sonderlich lustig und sind in diesem lächerlichen Film zu ernst und gelangweilt. Dafür ist Katy Karrenbauer einmal mehr recht lustig, kann den Film aber mit ihrer Nebenrolle auch nicht mehr so richtig retten, genauso wie die gut aufspielenden Nebendarsteller Ralf Richter und Martin Semmelrogge.

Fazit:
Mit einer unterdurchschnittlichen Parodie beendet Prosieben also vorerst die "Funny Movie"-Reihe. Die Story ist einmal mehr überaus schlecht und auch der Unterhaltungswert ist mäßig, genauso wie die beiden mittelmäßigen Hauptdarsteller. Lediglich die ordentliche Musik, die gute Kulisse und die wenigen amüsanten Seitenhiebe auf Amerika lassen den Film nicht völlig untergehen. Höchstens für Fans der anderen "Funny Movies" empfehlenswert.


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