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Philosophy of a Knife (2008)

Eine Kritik von Lost Heart (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 22.12.2011, seitdem 390 Mal gelesen


"Philosophy of a Knife" würde ich (alles in allem) als einen recht "exzentrischen Experimentalfilm" bezeichnen... Am nächsten kommt wirklich ein Vergleich zu dem japanischen Kultfilm "Tetsuo - The Iron Man", bei welchem sich die Macher von "Philosophy" deutlich in der Bild- & Schnitttechnik "bedient" haben.

Auch sind beide Filme ähnlich rasant und "radikal" in ihrer Charakterzeichnung. Auch der dröhnende (klinisch-kalte) Elektro-Industrial-Sound weist Parallelen zu "Tetsuo" auf und ist trotz seiner zeitlichen Ansiedlung (= WWII) nicht als "Nachteil" zu betrachten. Sondern eher das Gegenteil ist hierdurch der Fall = denn trotz der historisch belegten Grausamkeiten wird der Film mit zunehmender Laufzeit (= insgesamt doch gut 4 Stunden, aufgeteilt in zwei Teile) immer "surrealer und bizarrer" in seiner Bildersprache.

Der Härtegrad bei "Philosophy" ist recht insgesamt hoch (wobei die Qualität der Effektszenen (angeblich) bewusst schwanken)...
Allerdings werden durch all eben erwähnte Stilmittel jene Härten auch wieder etwas "abgemildert". Im direkten Vergleich dazu ist also z.B. ein "Men behind the Sun" nochmals etwas "härter", da er durchweg auf Realismus setzt und weniger auf einen (experimentellen) "Spielfilmcharakter".

Auch ist die Anzahl an Dialogen (und Off-Screen-Monologen) insgesamt recht "überschaubar"... Bei der reinen "Filmhandlung" wird hauptsächlich durch Mimik, Gesten, Musik und das "Kameraauge" kommuniziert.
Als Kontrast gibt es aber noch die immer wieder mit eingefügten Interviewszenen eines ehemaligen "Angestellten" und Überlebenden des Camps 731, welche auch dafür sorgen das gekonnt von der "surrealistischen Filmebene" auf eine dokumentarische Erzählstruktur "umgeschalten" wird.

Der Film ist sicherlich nicht für jeden etwas:
Das inhaltliche Thema des Filmes, die graphische Umsetzung, die Soundkulisse, die lange Laufzeit = das "schreckt" sicherlich nicht wenige ab.

Ich persönlich habe mir den Film auf zwei Tage verteilt angesehen (= also pro Tag einen Teil) und habe es insgesamt auch nicht "bereuet".

Der Film setzt sich über weite Strecken künstlerisch mit einem ganz dunklen und grausamen Kapitel der Menschheitsgeschichte auseinander. Wie viel "Kunst" oder "Müll" nun allerdings jeder einzelne dem Film zuschreiben möchte, dass muss letztendlich jeder für sich selbst entscheiden.


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