Remake über Remake und ein Ende ist bis dato nicht in Sicht. So sieht es momentan aus, wenn man sich in Hollywoods Horrorwerkstatt einmal so umschaut. Da werden uralte Abschlußbälle wieder aufgeführt, Männer mit Masken töten zu Halloween erneut unschuldige Babysitter und grausig entstellte Mutanten morden sich erneut durch sehende Hügel. Doch da die Ideenarmut hier mitunter keine Grenzen kennt, kommen nun langsam auch all jene Filme zu ihrem Remake, die kaum eine Socke kennt. "April, April - Tote scherzen nicht" dreht nun den durchaus guten, aber eher unbekannten "April Fool's day" durch die Mangel und beweist damit einmal mehr, dass man keine neuen Ideen braucht, um den Verbraucher zu schröpfen, wenn es auch alles in allem noch gerade so solide zugeht, zumindest für Slasherfans!
Allerdings muss man sich wieder einmal damit abfinden können, dass das Remake mit dem Original null und nichts zu tun hat. Auch wenn die Story erst einmal so klingt, als hätte sie Bezüge zum Original, so muss man schnell feststellen, dass dem, bis auf eine einzelne Sache, nicht so ist. Es geht also um die reiche Desiree Cartier, welche jedes Jahr zum 01.04. eine extravagante Party schmeißt. Natürlich treibt sie auf diesen Partys auch immer ihre bösen Scherze aber diesesmal geht sie zu weit und eines ihrer Opfer kommt ums Leben. Ein Jahr später, wieder zum 01.04., werden die Freunde an das Grab der Toten geladen und erhalten eine Drohung, dass keiner von ihnen den Tag überlebt. Und die erste Leiche lässt nicht lange auf sich warten... Ja, wie schon gesagt, mit dem Original hat das Ganze, bis auf Ereignisstag und Titel, nichts zu tun. Zwar twistet das Ende ähnlich herum, wie das Original, später mehr dazu, aber ansonsten machen es sich die Butcher Brothers, so der dubiose Künstler-Name der Regisseure, schon sehr einfach, ihren Film als Remake zu verkaufen. Zudem kommen natürlich auch noch die üblichen Probleme von harscher Unlogik und dem völligen Fehlen von Sinn und Verstand hinzu, aber das ist bei Slashern ja eh Gewohnheit.
Und da diese Punkte schon traurige Normalität sind, stören sie den Slasherfan auch nicht so wirklich. Langeweile, fehlende Atmosphäre und Blutleere sind da schon eher Punkte, an denen man sich stört. Und leider fehlt genau das auch "April, April...", zumindest in der ersten halben Stunde. Da wird der Zuschauer genötigt, sich eine Party voller Superreiche anzuschauen, die allesamt die Sympathie einer Stockente haben und so müde feiern, dass man schon nach wenigen Minuten gewillt ist, diese Party zu verlassen. Die Aprilscherze sind zudem äußerst bräsig und auch sonst gibt es hier für ne ganze Weile erst einmal nichts, was groß das Interesse des Zuschauers schüren könnte. Zumal der angesprochene, tödliche Scherz auch erst nach knapp 25 Minuten passiert und ebenfalls vollkommen lahmarschig daherkommt, so dass man nicht einmal an dieser Stelle ein wenig aufwacht. Nein, also den Anfang haben die Butcher Brothers wirklich gänzlich versemmelt.
Glück für sie und für uns, dass es wenigstens danach ein wenig besser wird. Denn sobald die Freunde auf den Friedhof geladen werden und erfahren, dass jemand den Tod auf der Party rächen will, kann sich das Ganze dann doch einigermaßen solide durchziehen. Die Frage nach dem "Wer ist der Täter" bleibt jedenfalls stetig präsent und ist auch bis zu einem bestimmten Punkt nicht sonderlich vorhersehbar. Momente von Atmosphäre bleiben auf geringem Nievau, sind dann aber auch ab und an vorhanden und auch die Morde sehen allesamt recht nett aus, wenngleich sie, für einen Slasher, ebenfalls deutlich unter den Bereichen des Möglichen bleiben. Alles in allem kann man sich aber mit der restlichen Stunde Film durchaus seicht unterhalten lassen, sofern man das Slashergenre wirklich in all seinen Winkeln gerne hat.
Was die Auflösung angeht kommen wir zum einzigen Punkt, der sich wirklich mit dem Original vergleichen lässt, da dieser die größte Ähnlichkeit zu eben jenen aufweist. War schon damals die Auflösung wirklich ein absoluter Knaller, so dürften diejenigen, die das Original nicht kennen auch hier durchaus große Augen bekommen. Zwar hat die Auflösung hier wesentlich mehr das Problem der Unglaubwürdigkeit, als damals der 1986-Film, so kann sie sich im Slashereinerlei jedoch trotzdem sehen lassen. Wer den Vorgänger allerdings kennt dürfte kaum überrascht sein und die Lösung schon von Anfang an gerochen haben. Nett allerdings, dass sich der Film dann ganz zum Schluss nicht noch in ein weiteres bekanntes Klischee des Slasherfilms verrennt, sondern eine Figur, bei der man erwartet hätte, dass er wieder aufsteht, wirklich in Frieden ruhen lässt. Jedenfalls solange niemand auf die selten dämliche Idee kommt, noch eine Fortsetzung zu drehen.
Was die Darsteller angeht, wird allerdings wieder auf tiefstem Niveau angesiedelt. Mein Gott, was haben sich die Gebrüder Butcher bloß dabei gedacht, den Streifen mit solchen Trantüten zu besetzen, die allesamt müder spielen, als man beim Zuschauen des Films je sein könnte? Auch wenn man die Meisten irgendwo schon einmal gesehen hat, z. Bsp. Josh Henderson in "Desperate Housewives" oder Scout Taylor-Compton in "Halloween", wirklich mit Talent gesegnet scheinen sie hier wohl nicht zu sein. Oder sie hatten einfach keine Lust auf mehr, was wohl durchaus auch im Bereich des Möglichen ist, zumal ihre Charaktere allesamt eh für den Allerwertesten sind. Man weiss es nicht, jedenfalls nach dem Trauerspiel hier, möchte man sie allesamt nicht so schnell wiedersehen.
Fazit: Äußerst überflüssiges Remake, zu einem unbekannten und alles in allem recht unterschätzen 80er Slasherfilm, das zum einen kaum etwas mit dem Original zu tun hat und zum anderen auch Langezeit sehr langweilig und behäbig zur Sache geht. Nach einer guten halben Stunde hebt sich das Niveau zwar ein wenig, hat dann auch ab und an ein paar spannende und atmosphärische Momente zu bieten, doch insgesamt bleibt das ganze Treiben auch hier mehr als austauschbar, zumal die Auflösung auch nur bei Anfängern wirklich wirken dürfte. Dazu schnarchlahme Darstellerleistungen und fertig ist das Allerwelts-DtV-Produkt, welches sich nimmersatte Slasherfans zwar trotzdem mal anschauen dürfen, aber eigentlich von niemanden wirklich gebraucht wurde. Also weg damit!
Wertung: 4,5/10 Punkte