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Truman Show, Die (1998)
Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 7/10) eingetragen am 03.02.2006, seitdem 422 Mal gelesen
Als Komiker war Jim Carrey schnell anerkannt, als ernsthafter Schauspieler wurde er es mit „Die Truman Show“.
Die Idee hinter Peter Weirs Satire ist im Zeitalter von immer neuen Reality TV Shows fast noch griffiger als zur Entstehungszeit des Films. „Die Truman Show“ ist nicht nur Titel des Films, sondern auch einer fiktiven Fernsehsendung, deren Protagonist Truman Burbank (Jim Carrey) ist. Er weiß als einziger nicht, dass er im Fernsehen ist und dass man ihm 24 Stunden am Tag zuschauen kann, während alle anderen um ihn herum Schauspieler sind: Seine Frau Meryl (Laura Linney), sein bester Kumpel Marlon (Noah Emmerich), selbst seine Eltern.
Hinter dem Ganzen steht der Regisseur Christof (Ed Harris), der Trumans Leben seit ca. 30 Jahren fest plant und alle Eventualitäten einplant. So hat er durch den inszenierten Tod von Trumans Vater, als dieser noch ein Kind war, dafür gesorgt, dass Truman Angst hat aus seiner fiktiven, auf einer Insel gelegenen Heimatstadt Seahaven zu entfliehen. So erweist sich „Die Truman Show“ als ziemlich clever konstruierter Film, der auf glaubwürdige Weise zeigt, warum Truman bisher noch nicht gemerkt hat, was gespielt wird.
Doch am 10.909ten Tag der Sendung häufen sich die Pannen: Truman fällt ein Scheinwerfer vor die Füße, er sieht, dass ein Fahrstuhl nur als Kulisse dient usw. Wie lange wird Christof ihn noch davon abhalten können die Wahrheit zu erkennen?
Natürlich nicht allzu lange, denn „Die Truman Show“ handelt von dem menschlichen Drang nach Freiheit und dem Entkommen aus einer Scheinwelt, im Grunde „Matrix“ auf ganz andere Weise (und das noch ein Jahr vor dem Wachowski-Hit). So häufen sich die Pannen auf amüsante Weise (Truman hört Regieanweisungen im Autoradio usw.), noch amüsanter sind die verzweifelten Erklärungsversuche der Macher, aber Trumans Zweifel sind gesät und so testet er bald auf interessante Weise aus, wie er den Machern ein Schnippchen schlagen kann.
So ist Medienkritik nie das zentrale Thema dieser Satire und doch allseits präsent. Die Einblendung von Zuschauerreaktionen zeigen unterschiedliches Verhalten, von den Zuschauern, die extrem mit Truman fiebern, bis hin zu jenen, die umschalten, wenn bei Truman nichts interessantes mehr kommt. Auch die moralischen Fragen, inwieweit das Konzept der Show gegen Trumans Menschenwürde verstößt, werden zwar immer wieder von Figuren gestellt, aber ohne erhobenen Zeigefinger.
Doch trotz der amüsanten Erzählweise und der geschickt eingeflochtenen Kritik schwächelt „Die Truman Show“ im Abgang etwas. Trumans Fluchtversuche wiederholen sich etwas zu sehr und laufen immer nach dem gleichen Schema ab (Truman versucht alles, während die Macher ihn mit total unglaubwürdigen Ausreden immer stoppen, was schon zeigt, dass die Glaubwürdigkeit der Show nicht mehr gegeben ist). Vor allem das Finale auf dem Boot ist etwas zu gezogen, da hilft auch der bewegende Dialog zwischen Truman und Christof, der so eine Mischung aus Vater und Schöpfer für ihn ist, auch nur teilweise.
Schauspielerisch hingegen ist „Die Truman Show“ hingegen tadellos, wobei die Besetzung mit Leuten wie Ed Harris, Laura Linney, Natasha McElhone und Paul Giamatti wirklich erlesen ist. Die beste Performance kommt jedoch von dem großartigen Jim Carrey, der anfangs zwar immer noch etwas herumkaspert, aber auch die emotionalen, sehnsüchtigen Seiten Trumans sehr glaubwürdig rüberbringt und zeigt, dass er mehr kann, als immer nur den Clown zu geben.
Alles in allem ist „Die Truman Show“ eine treffsichere und wunderbar gespielte Satire, die trotz der wenig komplexen Handlung und einiger Längen gegen Ende überzeugt. 7,5 Punkte von mir.
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