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Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels (2008)
Eine Kritik von Ultimate87 (Bewertung des Films: 6/10) eingetragen am 02.10.2011, seitdem 155 Mal gelesen
Nach einer klasse Trilogie konnten es die Macher Steven Spielberg und George Lucas nicht lassen und erweckten - von langer Hand geplant - die "Indiana Jones"-Reihe 2008 zu neuem Leben.
Eigentlich machten Spielberg, Jones und Drehbuchautor David Koepp zunächst alles richtig. Im Jahre 1957 spielend geht es diesmal gegen die Kommunisten resp. Russen und um die Kristallschädel, eine reale, in der wissenschaftlichen Fachwelt nach wie vor umstrittene mystische Erscheinung, die ihren Ursprung in Alien-Zivilisation zu haben scheint.
"Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels" beginnt mit einem tollen Auftakt. In der gleichen Lagerhalle, in der auch die Bundeslade aus Teil 1 lagert, gibt es einen furios-witzigen Beginn gegen die Russen, der in einer Atombombenexplosion seinen Höhepunkt findet. Natürlich völlig unrealistisch, aber nicht minder irrwitzig und rasant.
Bereits hier zeigt sich, dass Spielberg und Lucas durchaus ihren vierten Ableger in der Tradition der Vorgänger-Filme kreiert haben und so den Fans der Reihe entgegen kommen. Immer wieder gibt es Querverweise und Anspielungen auf die ersten drei Teile, von Sprüchen bis hin zu Gesten.
Teil 4 schafft so auch einen guten Mittelteil, der sich immer stärker mit den angeblichen südamerikanischen Expeditionen der Aliens beschäftigt. Neben einer reizvollen Verfolgungsjagd durch den Urwald gefällt der Kampf gegen Riesenameisen. Nach Schlangen (Teil 1), Insekten (2. Teil) und Ratten (Teil 3) wurde auch diese Tradition fast ehrfürchtig fortgesetzt - ob es in der Realität so etwas gibt, sei mal außer Acht gelassen.
Generell muss man die Logik und den Realitätsbezug bei Teil 4 weitestgehend hinten anstellen, aber die "Indy"-Reihe war sowieso immer schon ein wenig Fantasy - wer sich also darüber aufregt, tut auch den Vorgängern Unrecht.
Unterbrochen wird das ganze immer wieder durch ein paar dumme Szenen (insbesondere Mutt und die Lianen), aber das lässt sich noch einigermaßen verschmerzen. Auch sind die Figuren ein wenig platt geblieben. Indiana Jones wird wieder toll von Harrison Ford verkörpert, der diesen mit einer ordentlichen Portion Selbstironie spielt, dem man sein Alter allerdings auch ansieht. Cate Blanchett gibt einer illustre Gegenspielerin, wenn ihre Figur auch sehr überzogen ist. Das Wiedersehen mit Karen Allen als Marion Ravenwood war einfach eine schöne Idee. Shia LaBeouf gibt sich betont cool und macht einen auf junger Marlon Brando, ist allerdings eher nervend. John Hurt hat einer wirklich kuriose Rolle erwischt, sagt im ganzen Film kaum was, und wenn er dann mal was von sich gibt, ist es kaum verständlich. Der Mann hat eigentlich bessere Rollen verdient.
Sieht man mal von den kleinen Macken ab, ist der vierte Streifen der Reihe gelungenes Popcornkino, dass sogar an die Vorgänger heranreicht - wäre da nicht das Ende.
Am Ende reißt Spielberg fast seinen ganze Film wieder ein. Das kennt man von ihm schon und das ganze ist diesmal auch nicht so schlimm wie beispielsweise bei "Krieg der Welten", aber aus dem Kopfschütteln kommt man zum Schluss des Films trotzdem nicht mehr raus.
Die Forschung um die Kristallschädel ist schon in der Realität arg hanebüchen, aber dass man die ganze Chose am Ende sogar noch so dermaßen ernst nimmt, anstatt den Film augenzwinkernd enden zu lassen, ist schon ein starkes Stück. Zwar ist das Ganze laut Making-of-Aussagen von Spielberg auf dem Mist von George Lucas gewachsen, verantwortlich ist er aber trotzdem dafür.
Fazit: Je öfter man diesen Film sieht, desto abgestumpfter ist man dem blöden Ende gegenüber auch, denn ansonsten ist "Das Königreich des Kristallschädels" ein ordentlicher Abenteuerfilm geworden, der die Reihe nicht beschädigt, auch wenn angesichts des Endes dazu nicht mehr viel gefehlt hat.
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