Eine Kritik von die hinkende Hafenhoe (Bewertung des Films: 9/10) eingetragen am 02.10.2005, seitdem 653 Mal gelesen
"The Assassin“ ist 1993 im Zuge von vielen historisch angehauchten Hongkong-Eastern entstanden und stellt für mich nach wie vor einen der besten Swordsplayfilme der Neunzigerjahre dar.
Von einigen ruhigen Zwischentönen mal abgesehen wird in "The Assassin“ permanent gemetzelt: Feindliche Kämpfer werden von meterlangen, bizarr geformten Schwertern und sonstigen Mordinstrumenten in der Mitte zerteilt, Gliedmaßen werden im Kampfgetümmel martialisch amputiert, Köpfe fallen wie Obst von Bäumen auf die staubigen Böden der düsteren Schauplätze. Die Ernsthaftigkeit, mit der Billy Chung seine blutige Geschichte inszeniert hat, grenzt schon fast an Nihilismus.
Ausstattung, Ausleuchtung und Kampfchoreografie lassen zudem keine Wünsche offen. Von der technischen Seite hat mich der Film vollends überzeugt, denn selten hat man so wirkungsvoll eingesetzte Slow Motion- und Slow Shutter-Sequenzen wie hier gesehen.
Lediglich einige Tendenzen zur affektierten Rührseligkeit und die zu schnell und bruchstückhaft gefilmten Gore-FX rütteln etwas am Gesamtbild dieses kleinen, aber äußerst feinen Ming Dynastie-Easterns.
PS: Von der entschärften deutschen TV- und Video-Version ist aufgrund widerwärtig drastischer Kürzungen dringend abzuraten.
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