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H.P. Lovecraft's Necronomicon (1993)

Eine Kritik von madcee (Bewertung des Films: 4/10)
eingetragen am 21.04.2005, seitdem 1173 Mal gelesen


Drei Episoden aus dem 'Buch der Toten':
The Drowned: Ein Mann kann den Tod seiner Geliebten nicht verkraften und zieht in das leerstehende Anwesen seiner Familie. Dort entdeckt er das Geheimnis, wie man Tote wieder zum Leben erweckt. Aber das, was zurückkehrt, sieht nur aus wie sie...
The Cold: Das Verschwinden eines mysteriösen Erfinders führt einen Reporter zu einem Mietshaus. Die Bewohnerin ist bereit, seine Fragen zu beantworten, doch im Innern des Hauses herrscht eine eisige Kälte...
Whispers: Auf der Jagd nach einem Serienmörder verunglückt eine toughe Polizistin mit ihrem Partner im Streifenwagen. Als sie aus der Bewußtlosigkeit erwacht, hat der Killer bereits sein nächstes Opfer gefunden - ihren Kollegen...

Garniert mit genretypischen Schockeffekten erzählt der Film aus dem Hause August Entertainment drei Passagen aus dem 'Necronomicon', dem Buch der Toten. Wie schon in Sam Raimis "Evil Dead"-Reihe besitzt es auch hier die Fähigkeit, Tore zu beängstigenden Welten zu öffnen, höllische Kreaturen zu entfesseln und Alpträume wahr werdenzulassen.

In diesem Fall darf es dies allerdings nur in der Rahmenhandlung: Ein junger H. P. Lovecraft (etwas blaß: "Re-Animator" Jeffrey Combs) sucht eines Nachts die Bibliothek eines Klosters auf, um nach dem verschollenen Werk zu suchen. Als er fündig wird, kann er nicht widerstehen und wirft einen Blick hinein, sehr zum Mißfallen der Mönche...

Trotz der abrupten, short-story-typischen Einführung der Charaktere verspürt der Zuschauer kaum die Neugier, mehr über die Personen und den weiteren Verlauf ihrer Geschichte zu erfahren, bereits nach den ersten zehn Minuten ist er zum Blick auf die Uhr geneigt, was zum Teil daran liegt, daß schon zu Beginn des Films versucht wird, mit minutenlang andauernder lautloser Stille einen Spannungsbogen zu erzeugen. Noch fasziniert von der bedrückenden Enge des Klosters, in dem Lovecraft das Buch findet, erscheinen die ersten Szenen von Episode 1 eher wie der Auftakt zu einem Familienmelodram als zu einem Horrorfilm, ebenso enttäuschend - sowohl in Bezug auf Handlung als auch F/X - fallen der Schluß von Episode 1 und 3 aus. Im Hinblick auf die Goreeffekte überhaupt ist lediglich "The Cold" (Eps. 2) sehenswert, "The Drowned" (Eps. 1), "Whispers" (Eps. 3) und "Wraparound: The Library" (Rahmenhandlung) tendieren hingegen mehr zum Fun Splatter und wirken teilweise unfreiwillig komisch.

Hinzu kommt, daß der Name Lovecrafts lediglich dazu dient, die Aufmerksamkeit des Videothekengängers zu erregen, tatsächlich ist er jedoch nur der rote Faden, der den Film durchzieht, die Drehbücher stammen von Brian Yuzna, Brent V. Friedman, Christophe Gans und Kazunori Ito.

Allein die Auftritte der mittlerweile ins B-Picture-Fach abgerutschten Darsteller Bruce Payne ("Passagier 57") und Belinda Bauer ("RoboCop 2"), sowie des hier eindeutig unterforderten David Warner ("Scream 2") und Regisseur Brian Yuzna höchstpersönlich machen den Film sehenswert. Auch interessant für Fans von Surrender Cinema Starlet Maria Ford, hier noch vor ihrer Brust-OP.


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