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H.P. Lovecraft's Necronomicon (1993)

Eine Kritik von Bloodbrothers (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 13.04.2003, seitdem 1816 Mal gelesen


Das NECRONOMICON: Seit dem der bei der phantastischen Fangemeinde ganz oben auf der Beliebtheitsskala stehende amerikanische Autor H. P. Lovecraft bereits im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts dieses fiktive Buch ersann, ranken sich Geschichten und Filme um dieses unheimliche Werk, das auf Grund seiner magischen Dimension mittlerweile einen legendären Ruf hat. Jess Franco nahm sich in den 60er Jahren in einem seiner filmischen Auswürfe des Buchtitels an, und ohne das "Necronomicon" hätte es auch den "Tanz der Teufel" so nie gegeben. Als sich 1993 nun eine beachtliche Anzahl von Horrorgrößen zusammentat, um unter dem Titel "Necronomicon" drei Kurzgeschichten Lovecrafts zu verfilmen, war die Fangemeinde erfreut und gespannt. Auf dem Fantasy Film Festival 1994 wurde der Streifen dann für Deutschland uraufgeführt - mit großem Erfolg! Heute, neun Jahre später, hat der Film einen festen Platz im Horrorhimmel, vielleicht nicht auf den Logenplätzen, aber sicherlich auf einer komfortablen Position.
Diesen Platz hat der Film vor allem seiner letzten Geschichte zu verdanken, die splattermäßig heftig abgeht und keine Spur von einer "Schere im Kopf" des Regisseurs/Produzenten zeigt. Die Effektkünstler Tom Savini, Screaming Mad George, Todd Masters und einige andere durften ihren Gedanken viel freien Lauf lassen, wovon in der gekürzten deutschen Fassung von "Warner Home Video" zwar zunächst scheinbar alles zu sehen ist (gut geschnitten, FSK!), aber im Vergleich mit dem Original dann doch deutlich weniger festzustellen ist (man soll halt nicht nur an das glauben, was man sieht!).
Die erste Story, verfilmt von Christophe Gans, ist sicherlich am dichtesten dran am Lovecraft´schen Universum, die zweite Story, von Shusuke Kaneko, mit Bestimmtheit die den allgemeinen Geschmack am ehesten treffende, aber Brian Yuznas Schlussstreich bleibt am längsten in den Köpfen haften. Auch die Rahmenhandlung beweist Stil und kann dem Ganzen einen passenden, unheimlichen Background verschaffen.
Verfilmungen von Kurzgeschichten von ca. 25 Min. Länge kranken natürlich meistens an der Knappheit der Zeit, in der sich nur schwerlich eine angemessene Atmosphäre aufbauen lässt. Gerade bei der zweiten Story ist dieses Problem doch deutlich auszumachen. Dennoch schaffte man es insgesamt merklich über das Niveau altbekannter, schnell heruntergekurbelter Serien à la "Tales From The Darkside" (obwohl es dort natürlich auch Glanzlichter gibt) zu gelangen. Weshalb es bislang nicht gelungen ist, diesen Film in einer lizensierten, ungeschnittenen Fassung auf deutscher DVD oder deutschem Videotape herauszubringen, ist mir daher schleierhaft. Aber ich bin mir sicher - irgendwann wird auch diese Lücke geschlossen sein!


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