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When Alice Broke the Mirror (1988)

Eine Kritik von HappyHarry mit dem Harten (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 25.07.2006, seitdem 614 Mal gelesen


Am Ende seiner Karriere brachte Lucio Fulci keine nennenswerten Filme mehr zu Stande, einige seiner Arbeiten wurden sogar nur für das italienische Fernsehen produziert. Umso überraschender erscheint es das „When Alice broke The Mirror“, ebenfalls eine TV-Produktion, der sehenswerteste von Fulcis letzten Filmen ist.

An allen Ecken und Enden wird das geringe Budget sichtbar, die Möglichkeiten sind sichtlich eingeschränkt: Nicht mal die Effekte können Durchschnittsniveau erreichen und bleiben weit hinter jenen aus Fulcis Klassikern zurück. Für eine Fernseh-Produktion herrscht ein großes Maß an Gewalt, in Deutschland wäre dies nicht mal annähernd möglich. Was die Ausstattung angeht müssen überall Abstriche gemacht werden, sowohl bei den billigen Kulissen als auch bei der unbedarften Kameraführung, die viel zum schlechten Look des Films beiträgt.


Langweilig wird der Film allerdings auch nie, gerade aufgrund der flotten Inszenierung: Auf den Aufbau einer düsteren Atmosphäre verzichtet Fulci hier komplett und lässt stattdessen in der ersten Hälfte einen blutrünstigen Mord dem anderen folgen. Der hohe Sadismus der wieder einmal höchst frauenfeindlichen Morde qualifiziert „When Alice broke The Mirror“ zu einem der härtesten Filme des Italieners.

Große Schwäche ist der banale Story-Aufbau in der zweiten Hälfte, eine sorgfältige Dosierung der Gewaltszenen hätte sicher gut getan. Nach dem unterhaltsamen Anfang zieht sich die bemüht in die Länge gezogene Geschichte und das banale Ende verärgert eigentlich nur. Auch der tiefschwarze Humor lässt nach, somit wirkt „When Alice broke The Mirror“ grade in der zweiten Hälfte recht zahnlos, vor allem nach einem solch kompromisslosen Beginn.

Schauspielerisch herrscht natürlich totales Unvermögen, einzig Al Cliver sticht etwas heraus unter dem restlichen Cast. Viele der Splatterszenen fanden übrigens in „Nightmare Concert“ noch mal Verwendung, welcher zum absoluten Armutszeugnis Fulcis avancierte…


Fazit: Für Fulci-Fans ein absolutes Muss und alle die mit hartem Splatter plus schwarzem Humor etwas anfangen können sollten wenigstens mal einen Blick riskieren.


06 / 10


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