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Wanted (2008)

Eine Kritik von holgocop (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 15.01.2009, seitdem 227 Mal gelesen


Don´t believe the hype! Selten traf ein Satz auf irgendetwas dermaßen zu wie auf diesen Film. Was hat man nicht alles im vorfeld über Wanted gehört. Eine ultrastylishe und -brutale Effektoper wurde angekündigt. Angelina Jolies bester Film bis dato, Matrix endlich vom CGI-Olymp geholt und das alles dann auch noch von einem Russen. Naja, wie gesagt diese Hype-Sache. Wann wird auch dem letzten Marketing-Genie klar, je größer die aufgebaute Erwartung beim Zielpublikum (und dazu gehöre ich - definitiv!) desto höher der Fall.

Obwohl: Ich finde tatsächlich, dass Wanted Angelina Jolies bisher bester Film ist. Nur, heißt das jetzt was? Die Antwort liegt auf der Hand (zumindest nach einiger OFDB-Recherche): Nein.
Selten gingen Talent und Aufmerksamkeit durch die Regenbogenpresse so unterschiedliche Wege (höre ich da jemanden Lindsay Lohan schreien?). Kein, wirklich kein Film, der die 7 Punkte Marke sprengt und gleichzeitig die Brangelinistin in der Hauptrolle hätte. Und das auch noch zurecht. Aber wir kennen unsere Angie ja nicht ob ihrer Schauspielleistungen, sondern ihres unermüdlichen Einsatzes an der PR-Front (Wie war das nochmal in der herrlichen Karrikatur der Titanic: "Skandal - Angelina Jolie adoptiert Kind von Madonna"). Diesem Umstand verdankt sie auch meine Antipathie (naja, dazu kommt dass ich mir dauernd anhören muss, wie gut die Alte aussieht, und ich versuchs ja, aber ich weiß beim besten Willen nicht, wo die so gut aussehen soll, wie alle behaupten). Aber wie gesagt hauptsächlich ist es diese Weltverbesserungs-Schiene, die nunmal hauptsächlich PR-Agenturtechnisch veranstaltet wird um Miss J. in den Schlagzeilen zu halten (ähnlich wie Al Gore, der anscheinend einen auf Umwelt-Fuzzi macht, aber gleichzeitig Metal-Bands vor Gericht zerrt). Dennoch, Lob an ihr Marketing Miss J..

Addieren wir: Schlechte Filme + schlechte Leistung + unsympatische Schmierblattaffinität = eigentlich kein Grund zur Selbstbeweihräucherung.

Nichtsdestotrotz versucht sich Wanted daran, unserer lieben Freundin ein Denkmal zu setzen. Also Miss J. wird als die femme fatal in Person dargestellt, die uns alle atemlos zurücklässt. Sexyness, Kampf-Amazonen-Gehumpel, die Coolness schlechthin, Tatoos an den unmöglichsten Stellen und eine Figur, die uns unweigerlich die Bilder von befreiten KZ-Häftlingen in Erinnerung bringen.

Bei all diesen Qualitäten kann der eigentliche Protagonist eigentlich nur noch abstinken. Und das tut er, oh ja. Selten einen unsympatischeren Hampelmann gesehen. Da hat er einen guten Job und eine einigermaßen attraktive Freundin, und was macht er? Versinkt in Selbstmitleid, weil ihn die ach-so-böse Chefin mal rau von der Seite anmacht, verliert die Freundin an den Kollegen weil er´s einfach nicht bringt. Tja, weniger im Internet surfen, mehr arbeiten - weniger jammern, mehr bieten. Ich bitte euch, würde jeder wegen solcher Lapallien ausrasten hätten wir morgen endlich den Atomkrieg auf den die Russen (ah, daher weht der Wind) und Amis Jahrzehntelang provoziert haben.

Nun gut - das ist aber alles nicht im Vergleich zu dem was kommt. Kugeln die um die Ecke schießen - naja is halt ein Comic, ne? Zeitlupengefuzzel - geschenkt. Aber das jemand  (mythologischer Hintergrund hin oder her), allen ernstes auf die Idee kommt, Menschen die Oberstübchen-Funzel auszupusten auf Grund des Befehls eines Webstuhls (!!!) das ist zu vülle. Das diese komische Bruderschaft vor ich weiß nicht wieviel Jahren echt Zeit hatte sich solch einem Mist zu widmen und zu versuchen Binärcodes aus Teppichen zu lesen. Da hakts bei mir aus.

Wo es bei mir ausserdem aushakt, das sind die Effekte. Anno 2008 erwarte ich mir einfach mehr als das, sieht beinahe aus wie die CGI´s eines Standard PSone-Spiels. Ne, Leute so nicht.
Über den rest werd ich mich nicht weiter auslassen, das lest ihr bei den anderen. Aber eins ist wichtig: Schaut ihn euch meinetwegen an, er ist flott, ohne größere Längen und hat viel Action. Aber seid euch bewusst, dass ihr nicht mehr als einen hirmlosen, selbstverliebten B-Movie erhaltet, der mehr sein will, aber noch weinger dadurch wird.


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