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Gomorrha - Reise in das Reich der Camorra (2008)

Eine Kritik von endoskelett (Bewertung des Films: 3/10)
eingetragen am 11.06.2009, seitdem 549 Mal gelesen


In diesem fast schon dokumentarischen Mafiafilm folgt der Zuschauer verschiedenen Handlungssträngen rund um den berüchtigten Mafia-Clan, die Camorra. Da ist zum einen der Jugendliche, der kleine Nachbarschaftsdienste ausführt und seine Zukunft in einem der Clans sieht. Da sind die beiden scheinbar durchgeknallten Heranwachsenden, die ihr eigener Chef bleiben wollen und sich zwsichen den Fronten bewegen. Dann ein Schneider-Meister, der sich an chinesiche Konkurrenten verkauft. Ein Geldbote der Mafia, der die Kohle verteilt und den ganzen Tag durch die Ghettos spaziert. Und unter anderem ein Clan-Boss, der (illegal) Müll entsorgt und so das große Geschäft macht, mit einem "Praktikanten" im Schlepptau.

Die Charaktere bewegen sich in dem Reich der Camorra und treffen sich nur zufällig. Jeder will Anerkennung und Geld einheimsen. Wo man denkt, man bekommt mit diesem Mafiafilm einen Einblick in organisierte Strukturen, da hat man sich getäuscht.

Es ist scheinbar so, dass verschiedene Clans ihr eigenes Ding machen, aber wer da wo hingehört kann man schwer ausmachen, wer mit wem befreundet, mit wem verfeindet, da lässt man den Zuschauer im Dunkeln. Man erfährt schlichtweg zu wenig die allgemeinen Zusammenhänge.

Ein paar intensive, sehr kurze Schießereien setzen Akzente, aber schlauer wird man dadurch nicht. Warum lässt sich der alte Geldbote durch zwei Flitzpiepen eines Clans so unter Druck setzen? Sollte man nicht annehmen die Mafia verteilt ihr Geld professioneller? Warum ist das halbe Waffenarsenal eines Clans dort versteckt, wo jeder es finden kann? Warum verklappt der Chef scheinbar überall Müll und wieso fahren Kinder die LKWs umher? Wie reagieren die Menschen außerhalb des/der Ghettos auf diese Zustände? Oder stehen alle unter dem Druck der Camorra? Wer ist überhaupt die Camorra^^? Was macht der Staat und seine Organe dagegen?
Der Film lässt einen im Stich.

Auf die Dauer ist dies ermüdend und langweilt. Der Doku-Stil macht es nicht besser. Ich habe keinen typischen Mafiafilm erwartet, aber diese ganze Chose enttäuscht. Und dann sind einem die Charaktere und die Zustände irgendwann egal.

3/10


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