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Waltz with Bashir (2008)
Eine Kritik von Kiste (Bewertung des Films: 8/10) eingetragen am 26.01.2012, seitdem 90 Mal gelesen
Nachts in einer Bar erzählt ein alter Freund dem Regisseur Ari Folman von seinem Alptraum, in welchem er von 26 dämonischen Hunden gejagt wird. Jede Nacht – immer die gleiche Anzahl an Hunden. Die beiden kommen zu dem Schluss, dass ein Zusammenhang zu ihrem Einsatz im ersten Libanon Krieg Anfang der 80er Jahre bestehen muss. Ari ist verblüfft, dass er jegliche Erinnerung an das damals Geschehene verloren hat. Er beschließt, alte Freunde und Kameraden aufzusuchen und mit ihrer Hilfe diese Lücke in seinem Gedächtnis wieder zu füllen. Je tiefer er sich mit den Erinnerungen der anderen auseinandersetzt, desto klarer werden seine Gedanken und die Vergangenheit erscheint in surrealen Bildern.
Ari Folman bezeichnet seinen Film gern selbst als animierten Dokumentarfilm und liegt damit absolut richtig. Die Story wirkt beinahe wie eine Guido Knop Doku, es werden Zeitzeugen befragt, Erlebnisse wieder aufgerollt und Bilder aus der Vergangenheit der jeweils Erzählenden gezeigt. Mit jedem Gesprächspartner der zusammen mit Ari im Libanon gekämpft hat kehrt ein Stück Erinnerung Aris zurück und der Zuschauer erlebt die vielen Greueltaten die speziell dieser, aber auch jeder andere, Krieg mit sich bringt und wie er die Sichtweisen der Beteiligten beeinflußt.
Erzählt wird die Geschichte zwar in der Gegenwart, aber der Großteil der rustikal gezeichneten Erlebnisse spielt sich in Flashbacks zu den damaligen Unruhen ab. Waltz with Bashir ist dabei allerdings nun wirklich kein Partyfilm, sondern zieht den Zuschauer durch seine verdrängten Erinnerungen mächtig runter, denn es werden schonungslos die üblen Seiten kriegerischer Konflikte aufgezeigt, seien es hilflose Soldaten, getötete Zivilisten (was man ja in der Neuzeit mit dem unpassenden Begriff Kollateralschaden umschreibt) und sogar Massaker an der Zivilbevölkerung. Besonders der letzte Punkt wird im Finale sehr detailliert angesprochen und auch das Versagen jener Kräfte, die solche Taten durch internationale Gesetzgebung zu verhindern haben. Um das flaue Magengefühl vollkommen zu machen werden die letzten Minuten sogar Realbilder aus dem damaligen Konflikt gezeigt, die keiner erklärenden Worten mehr bedürfen.
Die Bilder sind dabei besonders gegen Ende ziemlich harter Tobak und nichts für zartbesaitete, die FSK 16 jedenfalls ist absolut gerechtfertigt. Hier ist kein Platz für heroische Taten, der Feind selbst ist nie zu sehen. Die Aussage ist universell gültig, einige Szenen haben mich auch an die vielen Vietnamkriegsfilme der USA erinnert. Waltz with Bashir ist auf alle Fälle ein sehenswerter Antikriegsfilm mit klarer Aussage. Gut Gemacht
8/10
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