Review

Kein Review kann sich noch zu sehr als Verriß etablieren, kein Rezensent kann noch zu sehr auf eine abstossende Warnung pochen, je nach Formulierung der Gründe und der Quantität solch schlechter Bewertungen, werden gerade aufgrund dieser negativen Aspekte Interessen geweckt, will man sich doch, obwohl der vielen Warnungen in Foren und Aussagen wie "Denk dir des Violent im Titel weg, dann haste die wirkliche Bedeutung von dem Schotter", vom Gegenteil beweisen, oder zumindest begutachten, ob das Ganze nun wirklich so schlimm ist. Man kann, zumindest ich, dankend feststellen, sofern man denn einige Vertrautheit mit Herrn Jochen Taubert gemacht hat, dass Violent Shit gar nicht mal so schlimm ist, ist man nach beispielsweise Hirnlosergüssen wie Piratenmassaker oder Ich piss auf deinen Kadaver weitaus schlechteres im Amateurbereich gewohnt.

Ohne diese Abhärtung oder Vorkenntnisse durch eben genannte Filme und dem glorreichen Regisseur Jochen Taubert, versagt Violent Shit von Amateursplatterlegende Andreas Schnaas natürlich auf jeden Fall, sind es hier in dem Falle auch nicht viel mehr als hirnlose und dilletantische Ergüsse eines ambitonierten Splatterfans, der in den Kinderschuhen seiner Regisseurkarriere nicht viel mehr als einen dämlichen Ablauf von schlechtgefilmten, mindestens aber genauso zusammenhanglosen Szenen zusammenbekommt. Vorteil hierbei mag sein, dass Schnaas es wenigstens schafft, dass hirnlose Treiben mit blutigen Effekten zu füllen, somit wäre aber auch eigentlich schon das Klassenziel dieses experimentellen Streifens erreicht, schliesslich darf man Violent Shit neben Black Past von Ittenbach auch als einen der ersten Amateursplatter aus deutschen Landen bezeichnen.

Unter dieser Kenntnis des Babybonuses und unter Tolerierens dieser aufkeimenden Sorte von Filmen, mag man als Splatter bzw. Amateurfan über einiges hinwegsehen können, auch wenn Ittenbach im Gegensatz zu Schnaas natürlich schon zu Grösserem fähig war. All dieser Dilletantismus dieser Billigfanproduktion offenbart sich schon in den ersten Minuten, wobei man dort denken könnte, dass der heimische DVD - Rekorder spinnt, präsentiert uns Schnaas eine Abfolge von ruckeligen, stark verkörnten Szenen, in denen ein kleiner Junge mit dem Ball spielt, wobei dort dann lediglich Bilder aneinander gereiht werden. Gott sei Dank wendet sich das Blatt, dient das Ganze bloss als Einführung, Erklärung, ist der kleine Junge doch Kleinkarl, der nach Einkunft zuhause, popokloppsend und mit riesen Mecker in den Keller gesperrt wird. Das müsste als Psychoseerkrankung genügen und so sei auch 20 Jahre später, schätzungsweise, Karl The Butcher geboren, der nach Abtransport aus der Klapse, (schätze ich mal wird ja nicht erwähnt) in einem Bully abtransportiert wird, aber flüchten kann.

Ab dort an entwickelt sich Violent Shit zu einem Absurd (Joe D'Amato) für Arme, denn Zusammenhang zwischen den Szenen kann man mit der Lupe suchen, als vorderstes Ziel gilts hier, soviel Menschen wie nur nötig, im Hamburger Wald auf tollste Weise irgendwie abzumetzeln. Aber das soll kein Grund zur Negativkritik sein, besteht doch so gut wie jeder Slasher aus diesem Minimum an Plot. Das man die Dialoge der stark cholerischen und Scheisse -rufenden Darsteller nicht versteht, ist nebensächlich und weniger schlimm, umso lustiger ist dafür dann aber der englische Untertitel, der so auch aus der Osbourne Realityshow stammen könnte. Beim nächsten Mal aber bitte schön nachsynchronisieren lassen, Herr Schnaas. Amüsant fand ich die Pappenheimer von "Schauspieler" ja schon, geben sie sich tatsächlich Mühe zumindest anständig zu spielen, auch wenns da nix zu spielen gibt. Ein wahrer Alptraum an Peinlichkeiten und peinlichen Mimik ,- Gestikentgleisungen wie bei Jochen Tauberts Affenparaden gibts da zum Glück aber nicht, stattdessen wird hier fortan immer recht schnell zerhackstückt.

Schnaas, der grosser Fulci & D'Amato - Fan ist (allein dafür find ich ihn schon symphatisch), hälts für kräfftisch angemessen ordentlich draufzuhalten, wobei sich die durchschaubaren und billigen Effekte als gar nichtmal so schlecht erweisen. Charme hat das schon, vorallem weil das Blut durch seine unschwere Enttarnung als Himbeersirup oder abgestandener Wandfarbe ziemlich ins Comicartige abdriftet, was sich so ziemlich in das ohnehin eher freiwillig komische Goreunglück einfügt. Fleischerabfall darf da dann selbstgefällig auch mal zu Werke gehen, wobei ich mit Erfahrung sprechen kann, dass eine Heckenschere nicht stark genug ist, den Pans aufzuschneiden. Was solls, der geneigte Goreschmuddelverrückte wirds erfreuen, ist Violent Shit tatsächlich der kaputte Abfall den man daraufhin erwartet. Aber eben so kaputt, dass man, sofern man nicht mit seinen Nerven zu kämpfen hat, durchweg unterhalten wird.

Fazit:
Violent Shit ist filmischer Amateurschrott pur, kann aber, sofern man das Schlimmste in Form von Taubert kennt, dennoch Spass bereiten. Billiggoretrash en masse, Plot nebensächlich, aber beim nächsten Mal bitte besserer Ton, weniger Kamerawackler, besseres Bild, deutliche Akzente in Richtung Ernsthaftigkeit oder Augenzwinkern und nette Ideen zur Unterhaltungssteigerung. Aber ein Baby kann ja noch reifen, schliesslich wurde Violent Shit ja als Trilogie angelegt, sofern man Nikos - The Impaler ausser Acht lässt.

48% Johannisbeersirupanteil + Gummiköppe

Details
Ähnliche Filme