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Verlorene, Der (1951)

Eine Kritik von Alex+ (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 22.03.2010, seitdem 192 Mal gelesen


Peter Lorre war zweifelsohne ein begnadeter Schauspieler. Haupt- und Nebenrollen konnte er durch seine differenzierte Darstellung zum Leben erwecken. Selbst schwache Filme bekamen durch sein Spiel sehenswerte Momente und Szenen.
Durch das Aufkommen des Nationalsozialismus wurde er als Jude gezwungen seine erfolgreiche Karriere in Deutschland hinter sich zu lassen und emigrierte in die U.S.A. Auch dort konnte er nach anfänglichen Startschwierigkeiten in Hollywood Fuss fassen.
Die Filmindustrie unterlag schon damals stereotypen Mustern und Lorre war schlichtweg unterfordert. Nach seiner Rückkehr aus Amerika sah er in Deutschland eine Basis, um sich auch als Regisseur zu etablieren.

"Der Verlorene" wurde eine Fiasko. Von Kritikern zerrissen, vom Publikum verschmäht, verschwand der Film nach wenigen Wochen in der Versenkung und Lorre kehrte enttäuscht in die U.S.A. zurück.

Die Verleihfirma arthaus hat eine sehr wunderbare DVD Ausgabe mit Hintergrundinformationen und Bonus-DVD auf den Markt gebracht. Selbstverständlich wird "Der Verlorene" heutzutage als verkanntes Meisterwerk hochstilisiert. Und dies ist, typisch für unser Zeitalter der Superlative, viel zu hoch gegriffen.

Auch wenn Lorre Anfang der 50er Jahre den Zeitgeist verfehlt hat, weist sein Regiedebüt trotz alledem ziemliche Schwachstellen auf. Nur ein paar inhaltliche Beispiele: Wenn der Mord an seiner Frau noch "nachvollziebar" ist, bleibt unklar wie ein ruhiger bedächtiger Arzt danach zum Serienmörder mutiert. Die Verfolgungsjagd wirkt zusammenhanglos und passt in keinster Weise zu dem bisherigen Erzähltempo des Films. Karl John in der Rolle des Hösch wirkt trotz Darstellung eines Betrunkenen, überzogen und teilweise albern.
Die Kameraeinstellungen sind auch eher als handwerklich solide zu bezeichnen. Ein "Meisterwerk" sollte auch durch Optik und Schnitttechnik überzeugen.

"Der Verlorene" ist filmhistorisch betrachtet durchaus reizvoll und - wie eingangs erwähnt - ist Peter Lorre immer sehenswert. Von einem verachteten Geniestreich kann aber keine Rede sein.


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