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Lake Placid (1999)

Eine Kritik von MäcFly (Bewertung des Films: 5/10)
eingetragen am 19.06.2003, seitdem 478 Mal gelesen


Kroko-Schocker gibt es bekanntlich genug, also versucht "Lake Placid" Vorhersehbarkeit mit einer ungewöhnlichen Location, einer Prise Ironie und aus dem Leben gegriffenen Charakteren wettzumachen. Überraschenderweise klappt dieses Rezept ziemlich gut.

Die Wälder von Maine sind als Schauplatz eines Tier-Horrors recht unverbraucht und auf jeden Fall schön anzusehen. Hat irgendwie den Charme eines Jugendabenteuers mit Zeltlager und allem drum und dran. Selbstverständlich bietet die Story da nichts wirklich innovatives, richtiger Thrill kommt zu keinem Zeitpunkt auf, dank diverser Slapstick-Einlagen zwischendurch, die jedoch eine willkommene Abwechslung in diesem abgenudelten Genre darstellen. Ich hab mich an einigen Stellen sogar krank gelacht, da gerät die Angst vor dem Monsteralligator größtenteils in den Hintergrund, obwohl gleich zu Beginn ein Taucher ordentlich zerfetzt wird und das einen absolut blutigen Tod zur Folge hat (in der Mitte durch ins Boot gezogen). Leider muss man auf ähnlich stimmige Splattereffekte verzichten, ein abgebissener Kopf ist danach das höchste der Gefühle, womit wir auf einen Bodycount von zwei kommen, eindeutig zu wenig.

Spaß hat man trotzdem, vom Eintreffen der Jagd-Crew bis hin zum pointierten Ende, das sogar ein Hintertürchen für eine mögliche Fortsetzung offen lässt (schöne Idee: Bob-Marley-Song "Is this Love?" im Abspann). Auf die kann man wohl lange warten, denn erfolgreich war "Lake Placid" nicht gerade, was schon alleine an fehlenden großen Namen liegt. Pullmann und Fonda sind zwar ein Begriff, doch vor allem ersterer bleibt noch blasser als sonst und lässt sich scheinbar bewusst in den Hintergrund spielen. Fonda ist bis auf ein paar ohrenbetäubende Panikattacken nicht der Rede wert, Brendan Gleeson ist als Sheriff zwar sympathisch (wie Fonda und Pullmann auch), hat aber dasselbe Problem: Ein stinknormaler Typ von nebenan, viel zu unspektakulär. Oliver Platt ist da der einzige Exzentriker mit an Bord, geht aber bisweilen mit seiner Angeberei arg auf die Nerven und scheint oft von allen guten Geistern verlassen.

Trotz dieser Schwächen blieb "Lake Placid" für mich zu jeder Zeit unterhaltsam und spannend. Bei nur 75 Minuten liegt die Würze in der Kürze und das ist auch gut so, denn eine kurzweiligere Kroko-Horror-Komödie wird man nur schwer finden können. Amüsanter Happen für zwischendurch!


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