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Krabat (2008)

Eine Kritik von buxtebrawler (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 20.03.2009, seitdem 566 Mal gelesen


Diese Verfilmung der auf einer sorbischen Sage basierenden, vor allem durch Ottfried Preußlers Nacherzählung bekannt gewordenen Geschichte um das Erwachsenwerden in einer feindlichen, kräftezehrenden, energieraubenden und letztendlich tödlichen Umgebung/Gesellschaft und die Kraft der Liebe, die hier als möglicher Ausweg aus einer eigentlich schier aussichtslosen Situation aufgezeigt wird, wurde massiv gefördert und mit vielen Vorschusslorbeeren bedacht - denen sie nicht standhält.

Zunächst fällt auf, dass die Handlung statt zur Zeit des Nordischen Krieges während des Dreißigjährigen Krieges angesiedelt wurde - warum auch immer. Um die ausgedehnte, tiefgründige Sage auf Filmlänge zu straffen, verkürzte man den Zeitraum der Geschehnisse auf zwei statt drei Jahre und - letztendlich der größte Fehler des Drehbuchs - räumte der Beziehung zwischen Krabat und seiner Geliebten weitaus weniger Raum ein und änderte das Finale komplett, fast bis hin zur Sinnentstellung. Den Charakteren der Müllersburschen wurden in diesem Zusammenhang teilweise andere Eigenschaften zugesprochen und, zweites großes Manko, die Darstellung des Meisters stark abstrahiert, die doch eigentlich so viel Raum für Tiefgang und Mystik geboten hätte. Ein Pluspunkt der Verfilmung sind in jedem Falle die ausdrucksstarken, wunderschönen Bilder, insbesondere der Landschaftsaufnahmen, die aber in eine sich an den US-amerikanischen Mainstream anbiedernden, epischen Fantasy-Atmosphäre eingebettet wurden, zu der die mitunter auf "GZSZ2-Niveau agierenden Jungschauspieler nicht so recht passen wollen. Als dann während einer Kampfszene auch noch aus "Matrix" entlehnte Stroboskop-Effekte Verwendung finden, habe ich mich fast ein wenig fremdgeschämt. Hier hätte mehr Mut zur Eigenständigkeit dem Werk merklich gut getan und der Vorlage Rechnung getragen.

Was bleibt, ist ein Fantasy-Film in einer beeindruckenden Optik, der eine für junge Zuschauer und auf ihre Sehgewohnheiten angepasste, hoffentlich inspirierende, wenn auch in der Umsetzung halbgare, Geschichte erzählt, die möglicherweise Lust darauf macht, sich einmal mit Preußlers Romanvorlage auseinanderzusetzen und klassische Sagen für sich zu entdecken. Als der Abspann mit einem fürchterlichen Soundtrack einsetzte, habe ich allerdings sofort abgeschaltet und mich ein zweites mal fremdgeschämt.


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