Ansicht eines Reviews

Tokyo Gore Police (2008)

Eine Kritik von specialk
eingetragen am 02.06.2008, seitdem 773 Mal gelesen


Ausgerechnet mich in gorige Splatterfilme mitzuschleppen ist vielleicht nicht grundsätzlich die beste Idee, vor allem, wenn ich mir gleich zwei entsprechende Streifen hintereinander anschauen soll... allerdings war ich in Sachen "mitschleppen" noch jemandem etwas schuldig und im übrigen bin ich immer interessiert, Neues zu entdecken - warum also nicht auch mal einen total abgefahrenen Splatterstreifen?

Vom vorher laufenden Film "The Machine Girl" schon erstaunlich positiv beeindruckt, dachte ich, mich kann nun in Sachen Gore nichts mehr überraschen - weit gefehlt!

Tokyo Gore Police strotzte nicht nur von besagten Szenen, sondern kam auch mit wirklich seltsamen und faszinierenden Ideen daher. Eine intensive und tief gehende Story darf der Zuschauer nicht erwarten, wenngleich der Film den anfangs ausgelegten Faden immer wieder aufnahm und gegen Ende die Auflösung der eingangs dahingeworfenen epischen Elemente bot. Nicht neu, aber durchaus einmal anders wurden Rache und moralisch richtige Entscheidungsfindung miteinander in Einklang gebracht und ließen den Film für mich nicht nur als ausschließlich splatteriges Ereignis dastehen - gut so, denn gerade dieser Streifen mit seinen völlig überzogenen Splattereffekten zeigte mir einmal mehr, warum ich bisher immer einen recht großen Bogen um derartige Filme gemacht habe.

So ließen sich für mich die bis zum letzten Blutstropfen ausgekosteten Splatterszenen eigentlich hauptsächlich deshalb ertragen, weil sie so skurril und absurd waren, dass sie zwangsweise zu Lachanfällen führen mussten und weil sie sich blendend in einen Reigen von außergewöhnlichen Einfällen einfügten.
Dementsprechend hat mich der wahnwitzige Ideenreichtum, der diesen Film nie langweilig werden ließ und sich selbst im Minutentakt immer wieder übertrumpfte wirklich beeindruckt. Angefangen mit völlig abstrusen Werbespots pro Suizid über Mutanten, deren Aufmachung von seltsam bis sexuell auf merkwürdige Weise ansprechend reichte und futuristische Polizisten, die mich permanent an Darth Vader erinnerten (jaja, ich weiß, etwas weit hergeholt, aber auch wirklich nur etwas...), bis hin zu „interessanten“ Mordmethoden (ich hab immer noch an der Szene mit den Rohren und den Auffangbehältern fürs Blut zu knabbern...) haben die Macher wirklich alles in den Film gequetscht, was man sich vorstellen - oder eben auch nicht vorstellen - kann.

Zeit, dies alles zu verdauen oder auch nur "lange genug" anzuschauen blieb da nicht, die ca. 107 Minuten rauschten (in jeder Hinsicht) einfach so vorbei, was natürlich an sich schon ein positives Zeichen ist. Zugute halten kann ich den Machern weiterhin, dass sie meiner Meinung nach den Film an sich nicht zu ernst nahmen, sondern den Zuschauer mit comicartig übertriebener Darstellungsweise zum Lachen aufforderten, dabei aber nie die Ästhetik verloren gehen ließen - auf erschreckende Weise schön fand ich vor allem die bereits im Trailer gezeigte Szene mit Eihi Shiina, die mit aufgespanntem Schirm durch den Blutregen läuft.

Angenehm aufgefallen ist mir im übrigen noch die Musik, die passend die jeweiligen Szenen unterstrich und dazu beitrug, die Atmosphäre des Films zu verdichten.

Zu einer Wertung konnte ich mich bisher nicht durchringen - zu überwältigend und vielfältig waren die Eindrücke, die der Film bei mir hinterlassen hat - und so werde ich ihn mir wohl sicher noch das ein oder andere Mal anschauen - wenn auch nicht, wie vermutlich die meisten anderen Zuschauer, aus Spaß am Gore (was sich blendend in den Film einfügte), sondern wegen seiner seltsamen und faszinierenden "Ausstrahlung" und den abgefahrenen Ideen...

Fazit: Nichts für Zartbesaitete und Liebhaber einer epischen Erzählweise, aber eine unbedingte Empfehlung sowohl für alle Gore-Fans als auch für alle, die sich für Außergewöhnliches erwärmen können. Für mich persönlich derzeit noch ein klarer Fall von Hassliebe - Andere werden sich wahrscheinlich für das eine oder andere von beidem entscheiden...


Surprise me!
"Surprise me!" BETA
Lassen Sie sich überraschen! Wir führen Sie zu einem zufälligen Treffer zu einem Thema Ihrer Wahl... Wollen Sie eine andere Kritik von "specialk" lesen? Oder ein anderes Review zu "Tokyo Gore Police (2008)"?


Zur Übersichtsseite des Films
Liste aller lokalen Reviews von specialk

Zurück





Copyright © 1999-2012 KI Media GbR
Alle Rechte vorbehalten.
Nutzungsbedingungen · Werben · Impressum
Hosted by Net-Build



Quicksearch






User-Center

Benutzername: 
Paßwort:
Login nur für diese Sitzung:

·

259 Besucher online





Abonnement


Abonnement - Bitte erst anmelden
Melden Sie sich bitte an, um Abonnements vornehmen zu können



Neue Reviews


Paragraph 78: Punkt 1 (2007)
Traxx (1988)
Scorpion King 3 - Kampf um den Thron, The (2012)
Men Suddenly in Love (2011)
Gefährten (2011)



News


Unser News-Bereich wurde überarbeitet und wird in Kürze weiter ausgebaut werden, damit Sie stets aktuell über alle Neuigkeiten rund um die Welt des Films informiert sind.

» Zum neuen News-Bereich