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Is' was, Sheriff? (1974)
Eine Kritik von Mr. Barlow (Bewertung des Films: 6/10) eingetragen am 20.05.2010, seitdem 324 Mal gelesen
Ab und zu habe ich einen Filmerkundungswahn, bei dem ich mir dann zahlreiche Filme von bestimmten Regisseurn oder mit gewissen Schauspielern ansehe, aus dem einfachen Grund, um sie besser kennenzulernen. Nun war Mel Brooks mal wieder dran, von dem ich bisher nur die neueren Werke kannte und die ich teilweise wirklich gut fand. Dabei besitzen gerade die alten Werke aus den goldenen Siebzigern jenen Charme, der Brooks berühmt gemacht hat. "Frankenstein Junior" war zum Beispiel eine einmalige Parodie und Hommage an den Karloff-Frankenstein, und in freudiger Erwartung sah ich mir dann "Der wilde wilde Westen an", und war leider ziemlich enttäuscht.
Das Thema ist typisch Brooks. Veralbert der lustige alte Herr sonst nur Filme, wagt er sich hier an das ganze Genre des Western und bricht ein Tabu: Ein schwarzer Sheriff sorgt für Recht und Ordnung. Klingt lustig, dachte ich mir auch, doch das Endprodukt ist diesmal weder subtil noch wirklich komisch. Sicherlich wird mit einem gewissen Charme gepunktet, und Brooks' Humor ist allgegenwärtig, doch das neigt sich diesmal eher zum Negativen. Der ganze Film wirkt wie ein einziger Hexenkessel, der nie, aber auch wirklich nie eine richtige Handlung zusammenkriegt. Ja, ich weiß, wer bei Brooks niveauvolle Handlung erwartet hat eh schon verloren, aber (fast) alle andere Werke des Komikers haben wenigstens ein Grundgerüst. Was hat dagegen dieser Film? Einen schwarzen Kuhjungen, der den ganzen Film tragen muss und darunter zusammenbricht.
Die wenigen guten Gags kann man leider an einer Hand abzählen, alles andere wirkt bemüht und lieblos hingeklatscht. Cleavon Little gibt als farbiger Haudegen eine äußerst bemitleidenswerte Vorstellung ab, kann er doch wohl offenbar nur dauerhaft grinsen, lachen oder stimmbruchartig quasseln. Völlig verheizt wurde der arme Gene Wilder, damals ein begehrter Darsteller, der in "Frankenstein Junior" noch brillierte, hier dagegen absolut sinnfrei agiert. Bis auf ein paar nette Gags seine unglaubliche Schnelligkeit betreffend, sitzt Wilder nur unterfordert im Büro des Sheriffs und redet dummes Zeug. Alle anderen Darsteller sind auch nicht unbedingt der Rede wert, und Mel Brooks persönlicher Auftritt als Gouverneur reicht auch nur zum schmunzeln.
Die einzige Szene, die ich als erinnerungswürdig empfinde, ist jene, in der Sheriff Bart in die erwartungsvolle Stadt geritten kommt, alle nett und höflich begrüßt und jeder Einwohner geschockt über die Hautfarbe des neuen Beschützers ist. Sonst ist nicht viel dabei, dass einen vor lachen aus dem Sofa feuert. Dass am Ende sämtliche Darsteller im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Set springen und das Filmstudio unsicher machen, ist dann leider auch eher ein Beweis dafür, dass Brooks kein vernüftiges Ende eingefallen ist. Die deutsche Synchro zieht den Film dann freundlicherweise auch nochmal quer durch den Kakao, so dass hier nun entgültig alles nervig rüberkommt.
Diesmal war ich wirklich ein wenig von Mel Brooks enttäuscht. Schade eigentlich.
Fazit
Nur stellenweise komische, da überwiegend völlig alberne Klamotte, die weder gute Darsteller, noch wirklich gute Gags zu bieten hat. Dann doch lieber "Frankenstein Junior" oder "Höhenkoller".
5,5/10
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