Eine Kritik von c.funke (Bewertung des Films: 7/10) eingetragen am 04.03.2010, seitdem 448 Mal gelesen
Boston Streets (Ascot Elite)Â
Mittlerweile besinnen sich Regisseure, Drehbuchautoren und Produzenten zum Glück wieder auf ein erwachsenes Publikum, die nicht unbedingt nur durch überzogene Effekte, oder inhaltslose Geschichten unterhalten werden wollen. Der hier vorliegende Boston Streets erzählt die biografisch angehauchte Geschichte des Regisseurs Brian Goodman, der auch im Film eine kleine Nebenrolle übernommen hat (ähnliches war schon bei Trainspotting zu beobachten, wo Autor Irvin Welsh in einer kleinen Rolle auftrat). Unterstützt wird er hier von einer Gruppe hervorragender Darsteller, die allesamt spielen, als sei der Teufel hinter ihrer Seele her. Allen voran ist hier Mark Ruffalo (Shutter Island, Zodiac, Collateral) zu erwähnen, aber auch Ethan Hawke (Gattaca, Training Day, Assaut on Precient 13) oder Amanda Peet (2012, Identität, Igby!) liefern hervorragende Darstellungen. Die Geschichte handelt von dem Kleinkriminellen Brian Reilly (Ruffalo als Alter Ego Goodmans), der Zeit seines Lebens für den Gangsterboss Pat Kelly (Regisseur Brian Goodman) als Geldeintreiber fungiert. Mit seinem Job kann er nur schlecht seine Familie ernähren, weshalb ihn Schuldgefühle bedrücken. Aber anstatt sich mehr um seine Familie zu kümmern, unterdrückt er seine negativen Gefühle durch Alkohol und Drogen. Sein Freund Paulie (Ethan Hawke) beobachtet dies skeptisch, und versucht mit kleinen Nebeneinkünften, die Gehälter der Beiden aufzubessern. Als ihr Boss davon Wind bekommt, lässt er Brian kurzerhand anschießen. Da selbst diese Erfahrung seine Einstellung zum Leben nicht ändert, kommt es wie es kommen muss, und Paulie und Brian werden inhaftiert. Erst hier beschließt Brian, sein Leben grundlegend zu ändern. Der Film betrachtet dabei das Wirken Brians aus einer teils intensiven und mitreißenden, teils unbeteiligt beobachtenden Perspektive. Da er dabei streckenweise sehr dialoglastig ausfällt, kommt es zu einigen Längen, die Einzig durch das intensive Spiel Ruffalos herausgerissen werden. Bosten Streets ist ein realistischer, dreckiger Film, der ungeschönt das Leben seiner Protagonisten beleuchtet. Es wird hier nichts beschönigt oder verherrlicht, sondern der Zuschauer bekommt relativ deutlich die Härte des Alltags zu spüren. Im Bonusbereich von Boston Streets finden unter anderem Interviews mit Cast und Crew, in welchen zum Beispiel der Regisseur Brian Goodman über seine bewegte Vergangenheit berichtet, die dem Film seine biografische Note gibt. Des Weiteren folgen geschnittene Szenen, ein Making of, Aufnahmen vom Dreh, der Originaltrailer und eine Programmschau. Boston Streets ist ein ungeschminkter, authentischer Einblick in das sozial schwache, teils durch Kriminalität beherrschte Milieu Süd Bostons. Da man ihn eher als Ensemblefilm denn als Thriller bezeichnen kann, ist er besonders den Fans von Sozialdramen zu empfehlen.Â
 CFS
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