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Kick the Moon (2001)
Eine Kritik von Blade Runner (Bewertung des Films: 6/10) eingetragen am 09.03.2004, seitdem 288 Mal gelesen
Regisseur Kim Sang-Jins „Kick the moon“ ist eine munter flockige Komödie mit ungewohnt harten Schlägereien. Kernthema ist die Freundschaft zwischen Park Young-jun und Choi Ki-woong, die sich nach vielen Jahren wieder über den Weg laufen und noch aus der Schulzeit kennen. Während der eine zum einflussreichen Gangster avanciert ist, wurde der andere Lehrer, um nun mit harter Hand zu unterrichten.
Wenn man als erstes Modern-Talking-Klassiker in einem koreanischen Film zu hören bekommt, ist doch Skepsis angebracht, doch entwickelt sich „Kick the moon“ schnell zu einer sympathischen Komödie, in der einzig die Anzahl der Gagtreffer etwas zu niedrig ist. Mag daran liegen, dass ich nicht viel mit dem überzogenen, oft ins Overacting rutschenden Filmhumor der Koreaner anfangen kann.
So freundlich die beiden sich beim ersten Aufeinandertreffen auch noch gesonnen sind, schon bald stecken sie, ehe sie sich versehen, in einer nicht unkomplizierten Dreiecksbeziehung, da beide die Schwester eines Schülers anhimmeln. Die Schülerschaft ist hier überhaupt ein Problem – für beide. Während der Lehrer nun versucht sie zum Lernen zu animieren und jeglichen Verbrechen und illegaler Arbeit fern zu halten, entwickelt der andere so seine eigenen Methoden, um sie zum Lernen zu bringen und sich vom Hals zu halten – die sind nämlich recht anhänglich. Da er keine Idioten einstellt, müssen sie gute Noten vorweisen können. Das führt dann dazu, dass sie eifrig lernen – nur halt nicht im Sinn des Lehrers, der einen seiner Schüler in einer aberwitzigen Szene auf dem Schulhof vom Lernen abbringen will.
So wenig auch erzählt wird und die Charaktere ihren Klischees treu bleiben, so leichtfüßig ist doch die Inszenierung. Jin geht sogar soweit den beiden eine leicht homoerotische Beziehung zu unterstellen, als sie nach einem deftigen Wortgefecht Hand in Hand fröhlich schaukelnd die Bar ver- und die eigentlich umkämpfte Frau hinter sich lassen.
Auf das Ende zulaufend entwickelt sich der harmlose Konflikt zwischen beiden aber zu einer handfesten Auseinandersetzung, wo beide dann auch wieder zusammen finden, um gegen eine rivalisierende Gangsterbande anzutreten und ihre Angebetete zu befreien. Die recht deftige Endprügelei ist nicht nur sehr ausufernd, sondern auch recht brutal und überspitzt dargestellt.
Der Witz an der ganzen Geschichte ist die Tatsache, dass die Schüler eigentlich nur nach einer kriminellen Karriere streben, weil sie als Vorbilder die beiden Anführer zweier Schulen haben, die vor Jahren ihre jeweiligen Institutionen in einen Straßenkrieg führten. In ihrem Glauben gelassen, die würden jetzt die Unterwelt beherrschen, wissen sie gar nicht, dass der eine ihr Lehrer und der andere ein Nudelverkäufer geworden ist. Um der Regel treu zu bleiben, ist ausgerechnet der eine, der an dem Kampf damals nicht teilnahm, inzwischen zu genau dem Gangster geworden…
Fazit:
„Kick the moon“ ist ein, zumindest für mich, überraschend gut konsumierbarer Spaß aus Korea, der nicht nur mit viel Wortwitz und Situationskomik, sondern auch mit harten Prügeleien aufwarten kann. Die Schauspieler sind gut und die Musik teilweise etwas gewöhnungsbedürftig. Sicher nicht der große Wurf, aber mit Abstand das Beste, was ich aus dem Sektor kenne. Das ist aber, zugegeben, recht wenig.
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