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Schwarze Falke, Der (1956)

Eine Kritik von Sam Ace Rothstein (Bewertung des Films: 4/10)
eingetragen am 27.07.2007, seitdem 467 Mal gelesen



Die 50er Jahre, eine Zeit, in der eine beträchtliche Anzahl cineastischer Meisterwerke entstanden ist. Neben vielen anderen Genres tobte hier auch der Western auf seinem Höhepunkt.
In diesem Film haben sich zwei Genregrößen wieder mal vereinigt: Einer der berühmtesten Westernregisseure dieser Zeit und DER Westerndarsteller schlechthin, der jeden zweiten Film dieses Genres zu füllen scheint. Die Rede ist natürlich von Altmeister John Ford und seinem bewährten Darsteller Joh Wayne, der sich diesem schon in seiner Kavallerie-Trilogie bewiesen hatte.

Thema des Filmes "Der Schwarze Falke" (der englische Titel "The Searchers" erscheint mir noch passender) ist das Zusammenleben von Indianern und Siedlern in der noch völlig unzivilisierten, weiten Prärie des Westens. Der von Wayne verkörperte Ethan Edwards wird nach der Rückkehr von einer Jagd erschüttert von einem brennenden Hof und der getöteten Familie seines Bruders empfangen. Seine Nichte ist unterdessen unlängst vom Stamm der Komantschen entführt worden. Diesen brutalen Überfall auf eine unschuldige, friedliebende Familie kann sich der gestandene Ex-Soldat und Hardliner Edwards nicht ansehen. Er beschließt, seine Nichte aus den Händen der Indianer zu befreien und blutige Rache am mörderischen Stamm zu nehmen. Der Hauptcharakter ist hier ein Südstaaten-Soldat, der mit seinen erzkonservativen, und (dem Süden) patriotischen Ansichten eine Paraderolle für John Wayne erscheint.

Liest man sich die unzähligen Kritiken und Meinung zu diesem Ford-Western durch, der von vielerseits als einer der ganz großen Klassiker des Westerngenres angesehen wird, so bekommt man viele preisende Lorbeeren zu Gesicht: Fords Western sei eine Anklage gegen blinden Hass und Rassismus, vielschichtige Darstellungen und allerei andere Interpretationen des eigentlich simplen Stoffes.

Damit kann ich für meinen Teil nicht übereinstimmen, denn schaut man sich das Ganze mal genauer an, so steckt eigentlich nur eine simple Rächerstory dahinter, die Edwards Vorgehen heroisiert, aber kritische Untertöne nicht ansatzweise aufkommen lässt.

Denn als Edwards den Stamm und somit seine Nichte nach jahrelanger Suche endlich findet, so beginnt er mit einem blutigen Angriff auf das indianische Lager. Als Edwards später glorreich mit der verlorenen gegangenen Nichte zurückkehrt, klagt der Film nicht gegen Edwards Methoden, er lässt sie einwandslos passieren.
Mit Edwards Ziehneffen Martin Pawley hat Regisseur Ford zwar einen Gegenpart zum reaktionären Wayne eingebaut, allerdings bleibt dieser Dialog arg oberflächlich und beschränkt sich nur auf kleinere Kabbeleien, in der aber weder Argumente rollen, noch irgendetwas bewirkt wird. Diese Szenen wären gerne anspruchsvoll, verleihen dem Film aber weder Tiefgang noch Antirassismus. Im Vordergrund steht stets die simpel gestrickte Rächerstory, wie man sie aus konventionellen Westernschinken kennt. Dazu einige kitschige Briefwechsel mit den Lieben daheim und schon ist Fords angeblich bester Western entstanden.
Da aufgrund der wenig spannenden Erzählung über einen Großteil des Films gediegene Langeweile herrscht und auch das mit großer Spannung erwartete Finale, der endgültige Angriff auf das Indianerlager, etwas blass bleibt, schrappt dieser Westernstreifen an einer guten Bewertung klar vorbei.
Dafür sind möglicherweise beabsichtigte Botschaften zu sehr verpackt, nicht tiefgründg genug und der Film zu sehr auf eine schwarz-weiß-malerische Rächerstory fixiert. Enttäuschend und mit "The Man Who Shot Liberty Valance" lieferte Ford sechs Jahre später eine deutlich bessere Leistung ab.
4 von 10


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