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WALL·E (2008)

Eine Kritik von Ultimate87 (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 13.06.2011, seitdem 149 Mal gelesen


Eines muss man den Leuten von Pixar schon lassen: Sie fertigen nicht nur geniale Animationen an, sie schaffen es auch immer wieder, solch mitreißende Geschichten zu erzählen, wie es so manche aufgeblasene und super teure Realproduktion niemals schafft.

Die Story: Die Erde ist von den Menschen komplett zugemüllt worden, worauf diese den Blauen Planten verlassen haben. In der menschenleeren Gegend gibt es nur noch zwei Wesen. Eine Kakerlake (die werden wohl nie aussterben) und Wall-E, einen kleinen Müllroboter, der im Laufe der vielen Jahre so etwas wie eine menschliche Psyche bekommen hat. Eines Tages begegnet er Eve, eine Robo-Dame, die auf der Suche nach Leben ist. Als sie auf ein von Wall-E gesammeltes Pflänzchen stößt, wird sie nach Hause geholt, der verliebte Wall-E folgt ihr. Das Zuhause ist das Raumschiff "Axiom", auf dem die Menschen seit vielen Generationen durchs All fliegen und die Neubesiedlung der Erde vorbereiten.

Die Story ist im Prinzip zweigeteilt. Die ersten gut dreißig Minuten spielen auf der Erde, der große Rest auf der Axiom. Dabei ist der Einstieg einer zugemüllten Erde, in denen Hochhäuser aus Abfall bestehen, ein absoluter Hingucker. Die Animationen sind einfach brilliant. Ungewöhnlicherweise passiert in diesen ersten Minuten nicht viel, mit dem Eintreffen von Eve bekommt Wall-E, der ansonsten neben der Kakerlake vollkommen alleine ist, die Möglichkeit zu kommunizieren. Und das läuft im Film nicht über die Sprache, sondern vor allem über Situationen und Gestik. "WALL-E" verfügt über geniale Situationskomik, die vor allem deshalb gewählt wurde, weil die Szenen von Jung und Alt überall auf der Welt verstanden werden können. Ein Markenzeichen von Pixar.
Die Situationskomik wird auf der Axiom mit einer Vielzahl von (Roboter)-Figuren noch erhöht. Das Raumschiff ist überdies spannend gestaltet und die Darstellung der Menschen regt zum Nachdenken an. In Schwebeliegen von A nach B, die ganze Zeit vor dem Bildschirm und Nahrung in Drinks aufnehmend? So ganz utopisch ist ganze nicht.
Darüber hinaus behandelt der Film eine sehr ergreifende Liebesgeschichte, die einfühlsamer und "natürlicher" rüberkommt, als in den meisten Hochglanzfilmen. Der Film ist selbstverständlich herzzerreißend geschrieben, was man entweder lieben oder hassen kann. Aber die größten Kritiker des Films müssen zumindest eingestehen, und sei es nur im Stillen, dass der Film einem nahe geht. Das liegt auch daran, weil die Geschichte kritische Töne hinterlässt, die wohl eher von der Erwachsenen verstanden werden. Das Zukunftsszenario, dass die Menschen in ferner Zukunft an ihrem eigenen Müll quasi ersticken werden, ist nicht völlig abwägig.
Etwas störend ist allerdings die permanente Vermenschlichung der Maschinen. Bei Wall-e und Eve ist das ok, schließlich hat ersterer im Laufe der Jahrhunderte eine Art Knacks bekommen und Eve muss mit menschlichen Leben umgehen können. Ansonsten aber agieren die Roboter teils sehr menschlich, mit Spleens und Ticks ohne Ende. Saukomisch ist das allemal, aber für die größeren Zuschauer ein wenig zu kindisch. Das ist aber auch schon der einzige Kritikpunkt.

Fazit: "WALL-E" ist Animationskino auf höchstem Niveau, wie man es von Pixar gewöhnt ist und auch in Zukunft noch gewohnt sein wird. Der Film erzählt eine ökologisch korrekte Geschichte mit viel Gefühl und fantastischem Humor, mit einem der knuffigsten Helden wider Willen überhaupt.


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