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Felon (2008)
Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 5/10) eingetragen am 19.11.2009, seitdem 542 Mal gelesen
Der Erfolg von „Prison Break“ dürfte bei der Entstehung von „Felon“ geholfen haben, denn so wirklich populär waren Knastthemen in den letzten Jahren ja nicht.
Wade Porter (Stephen Dorff) ist ein ganz normaler Typ mit Frau und Kind – doch eines nachts wird bei ihm eingebrochen, er verfolgt den Täter und erschlägt diesen, als er glaubt der Mann ziehe eine Waffe. Dafür geht es dann in den Knast. Inwieweit dies einer realen Tatsachen entspricht, das müssen die Juristen entscheiden, für den Film ist es halt das Mittel zum Zweck um mal wieder Mär vom unschuldig Eingeknasteten zu erzählen.
Doch im Knast wird das Leben nicht einfacher: Man schiebt Wade bei einem Gefangenentransport die Tatwaffe für den Mord an einem Mitinsassen unter, von da an geht es in den Trakt für die ganz hartgesottenen Kriminellen. Darunter auch der mehrfache Mörder John Smith (Val Kilmer), der sich aus den zahlreichen Rivalitäten raus hält…
Beim Betrachten von „Felon“ stellt sich bald die Frage, was der Film überhaupt sein will, denn für zünftiges B-Filmfutter geht die Luzie zu wenig ab, für ein waschechtes Knastdrama ist der Film dann doch etwas zu oberflächlich und zu wenig stimmig. Putzig, aber nicht sonderlich ernst zu nehmen ist da vor allem die Sache mit dem Innenhof für die besonderen Schwerverbrecher: Da prügelt man sich regelmäßig bis aufs Blut, entweder weil man dem anderen wirklich was will oder weil man sich nur beweisen muss, aber munter lassen die Wärter die Gefangenen jeden Tag erneut dorthin spazieren und wetten sogar darauf, als sei der moderne amerikanische Knast ein rechtsfreier Raum.
Auch sonst haben wir die üblichen Klischees vom sadistischen Chefaufseher, von moralisch mehr oder weniger integren Aufsehern und natürlich den Knastgangs, die sich vor allem auf ihre Hautfarben berufen. Kennt man alles zur Genüge, den Facettenreichtum eines „Die Verurteilten“ oder eines „Blood In Blood Out“ erwartet man besser nicht, sondern vor allem Bekanntes in relativ moderner Aufmachung, da der Knastfilm wie bereits gesagt in den letzten Jahren etwas darbte.
Für einen Actionfilm ist das dauernde Geprügel dann allerdings zu unspektakulär, so beeindruckend roh und ungeschönt die Regie die Auseinandersetzungen auch darstellt. Für einen Thriller hingegen ist „Felon“ dann wiederum zu eindeutig, zu wendungsarm, denn allenfalls die Enthüllung, was es mit John Smiths Verurteilung auf sich hat, kann noch irgendwie überraschen.
John Smith ist sowieso die mit Abstand interessanteste Figur, der eiskalte Killer mit der menschlichen Seite, der sich hinter seinem Allerweltsnamen regelrecht versteckt, der sich aus jeder Gangzugehörigkeit raus hält, der seinen Ruf genießt. Auch die Ansätze von Charakterisierung beim fiesen Chef verleihen der Figur mehr Tiefe – leider werden sie von „Felon“ nicht bis zum Ende gedacht: Gerade die Episode um den Unfall seines Sohns beginnt als interessanter Einblick in sein Privatleben, wird dann aber sang- und klanglos fallengelassen.
Val Kilmer, der sich nach kurzem Zwischenhoch nur noch für B-Movies mit zweifelhaften Drehbüchern hergibt, erbringt hier immerhin eine sehr charismatische und einprägsame Leistung und thront damit easy über dem Rest vom Cast. Stephen Dorff spielt ganz ordentlich, aber war auch schon mal mit mehr Elan am Start und den Rest vom Fest hat man schnell vergessen.
Kilmers Präsenz und der ordentlichen Umsetzung verdankt „Felon“ dann auch noch einen Platz im Mittelfeld der Knastfilme, denn weder als oberflächliche Krawallunterhaltung noch als tiefsinniges Drama vermag das Ganze so recht zu punkten. Durchaus anschaubar und nicht besonders langweilig, aber auch ohne erkennbaren Mehrwert.
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