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Mumie - Das Grabmal des Drachenkaisers, Die (2008)

Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 12.08.2008, seitdem 1634 Mal gelesen


Sieben Jahre Abstand zum in relativ schneller Folge produzierten zweiten Teil, neuer Regisseur, neue Hauptdarstellerin – nicht unbedingt die besten Vorzeichen, doch „Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers“ bietet ganz nette Unterhaltung.
Wobei die Mumienerwähnung nur eine Anbindung an die Vorgänger stellt, dieses Mal ist es der chinesische Kaiser Han (Jet Li), der für Stunk sorgt. Recht ausführlich schildert „Die Mumie 3“ seine Vorgeschichte: Von der Magierin Zi Yuan (Michelle Yeoh) wollte er das Geheimnis der Unsterblichkeit erlernen, doch zum Dank für ihre Mühe meuchelte er ihren Geliebten, seinen General Ming Guo (Russell Wong) – die Strafe: Er und seine Armee wurden zu Terrakotta-Statuen verwandelt.
Genau jene Armee wird von Alex (Luke Ford), dem Sohn von Rick (Brendan Fraser) und Evelyn O’Connell (Maria Bello) entdeckt, der einen auf Archäologe macht, während die Eltern quasi im Ruhestand sind. Das nimmt „Die Mumie 3“ zum Anlass für reichlich Selbstironie: Rick kann noch nicht mal Fliegenfischen ohne Knarre regeln, während Evelyn die Geschehnisse der Vorgänger zu Pulp-Romanen verwurstet hat, womit „Die Mumie 3“ beweist, dass er sich der Wurzeln des Abenteuergenres durchaus bewusst ist.

Die Eheleute sollen ein Artefakt in den Orient bringen, wo sie auch auf Alex und Evelyns Bruder Jonathan (John Hannah) treffen. Doch Finsterlinge benutzen sie nur, um Han mit dem Artefakt wiederzubeleben. Damit geht die nächste Untotenhatz los...
„Die Mumie 3“ ist nettes Blockbusterkino, das funktioniert, aber nicht allzu lange haften bleibt, und auch nicht an die Qualitäten der Vorgänger anknüpfen kann. Ähnlich wie bei Teil zwei fällt der Hang zu Gigantomanie und CGI-Overkill auf, hier vor allem in der Mitte des Films. Gerade wenn die animierten Yetis rumhopsen ehe dann noch eine CGI-Lawine rollt, wird der Zuschauer regelrecht erschlagen von den FX, die aufgrund ihrer PC-Herkunft aber nicht das Feeling echter Stunt-Arbeit ersetzen können. Zudem hängt „Die Mumie 3“ auch handlungstechnisch in der Mitte. Originell ist der Wettlauf gegen den Drachenkaiser eh nicht, aber doch meist so flott erzählt, dass dies nicht negativ zu Buche schlägt – mit Ausnahme des erwähnten Lochs in der Filmmitte.
Im Finale kriegt „Die Mumie 3“ dann aber wieder die Kurve, denn in der letzten Schlacht harmonieren reale Stunts und Computertricks in überzeugender Weise, was für eine tolle Endschlacht sorgt. Mit Vic Armstrong ist eh ein erfahrener Stunt Coordinator als action director für den Krawall zuständig und sorgt dabei für reichlich sehenswertes. Schade nur, dass mal wieder üblichen Hollywood-Unart nachgegangen wird, asiatische Actionstars zu besetzen und diese zu verheizen: Jet Li darf nur zu Beginn und Ende des Films ran (sonst latscht er als CGI-Terrakotta-Krieger herum), wobei er sich im Finale immerhin ein nettes Duell mit Michelle Yeoh liefern darf. Ganz verschwendet ist dagegen Russell Wong, der nur zu Beginn auftaucht.

Erfreulich ist dafür die Selbstironie mit der „Die Mumie 3“ zu Werke geht, wenngleich der im Vergleich zu den Vorgängern noch gesteigerte Humoranteil teilweise fast schon zuviel ist. Zum Glück schafft „Die Mumie 3“ es dann noch nicht im Abenteuerklamauk zu versanden, wenngleich man teilweise nur haarscharf dran vorbeischrammt. Ansonsten ist „Die Mumie 3“ durchweg solide gemacht, der Regiewechsel von Stephen Sommers zur Rob Cohen fällt fast kaum auf und im Grunde genommen ist der Film ein Thrill Ride wie sein Vorgänger, wenn auch mit mehr Schwächen.
Brendan Fraser spielt dann mit gewohnter Stärke seine Paraderolle und scheint sichtlich froh zu sein mal wieder in einem Film mitspielen zu dürfen, der etwas mehr Aufmerksamkeit erhält. Maria Bello ist schauspielerisch vielleicht sogar noch etwas talentiert sein als Rachel Weisz, wirkt mit brünetten Haaren aber etwas gewöhnungsbedürftig – und sie ist einfach nicht das Original, was ihre Performance aber nicht wirklich schmälert. Die asiatischen Darsteller kommen schauspielerisch leider ähnlich wenig zum Zuge wie kämpferisch, John Hannah und Liam Cunningham sind dafür großartiger Support. Schwächlich hingegen die Darbietung von Luke Ford, der einfach zu steif bleibt.

Was bleibt, ist ein großes Mainstreamknallbonbon ohne größeren Nachhall. Er fährt ordentliche Schauwerte auf, ist bis auf den erwähnten Hänger in der Mitte recht flott erzählt und angenehm selbstironisch, aber für mehr fehlt es einfach an Spannung und an neuen Ideen.


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