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Black Hawk Down (2001)
Eine Kritik von anno nym (Bewertung des Films: 7/10) eingetragen am 26.10.2002, seitdem 2280 Mal gelesen
Ridley Scott macht es dem Zuschauer mit diesem Film wahrhaft nicht einfach. Während des Anschauens ist man oft überwältigt von der Bilderflut und möchte stellenweise am liebsten wegsehen, aber nach dem Ende des Filmes bleibt doch ein bitterer Nachgeschmack....
Aber fangen wir erstmal mit dem Positiven an, nämlich mit der Regie. Tja, hier hat Scott wirklich meisterhafte Arbeit geleistet. Die Kampfszenen, zu dem der Film ja aus 90% besteht, sind perfekt in Szene gesetzt. Dabei entzog man dem Material wieder mal die Farben, so dass Somalia wie eine braun-grau-matschige Stadt aussieht, und nur das rote Blut hervorsticht. Außerdem benutzte man wacklige Handkameras und man ist den ganzen Film über eigentlich nur in der Sicht der Soldaten. Um das ganze mal etwas besser zu verdeutlichen: Sämtliche Kampfszenen sind von der Machart her wie die ersten 20 Minuten von dem "Soldaten James Ryan", obwohl ich sie nicht ganz so aufrüttelnd fand. Computerfans können sich das wie "Counterstrike - Der Film" vorstellen, denn genauso wirkte das ganze auf mich. Dabei kamen mir manchmal Zweifel, ob das wirklich eine historische Aufarbeitung der Ereignisse und ein Antikriegsfilm sein soll, oder das ganze doch nur ein Vorwand für eine gigantische Action-Materialschlacht ist.
Na gut, am Ende des Filmes wusste man wieder mal, wie schlimm Krieg ist, aber das haben uns auch schon die letzten 10 Kriegsfilme gezeigt. Langsam wäre es mal Zeit für etwas neues, tiefgründigeres, denn genau daran mangelt es "Black Hawk Down". Alles ist verdammt oberflächlich. Das Drehbuch hat in seiner Grundkonzeption sicher auf zwei A4 Seiten gepasst, denn nach der halben Stunden langen Einführung handelt der ganze Film nur davon, wie verschiedene Soldatentrupps unter Beschuss geraten, zurückschießen, vorstoßen und sich zurückziehen. Ich kann mir vorstellen, dass das bei einigen Zuschauern, nämlich bei denen, die sich nicht an Dauer-Action erfreuen können, doch eher Langeweile hervorruft, mir ging das aber nicht so. Neben dem Drehbuch sind auch die Charaktere sehr oberflächlich geraten. Nun kann man sich drüber streiten, ob das Absicht von Scott war oder eher an dem Drehbuch lag, ich tendiere jedoch zu ersterem. Der Krieg ist anonym, das Sterben auch. Man fühlt mit keinem der amerikanischen Soldaten richtig mit, wodurch man allerdings (was ich als durchaus positiven Aspekt sehe) auch keinen Hass auf die Somalis bekommt. Obwohl hier die politischen und gesellschaftlichen Hintergründe sehr schwach bis gar nicht beleuchtet werden und der Regisseur mit aller Macht versucht, ein Schwarz-Weiß denken zu fördern (Gut: weiße Amerikaner, Böse: Schwarze Somalis), gelingt ihm das Gottseidank nicht 100% und jedenfalls ich hatte genausoviel Mitleid mit den "Bösen" wie mit den "Guten".
Überhaupt ist der Patriotismus wieder stark vertreten, allerdings nicht so offensichtlich und plump wie beispielsweise bei Pearl Harbor oder Der Soldat James Ryan, sondern etwas unterschwelliger. Richtig ins Auge springt er nur in den letzten Szenen, wo zum Beispiel Josh Hartnett (ich hasse diesen Kerl!) vor seinem toten Freund einen Monolog darüber hält, warum es gut war, was die Amis da machten oder wo er mit einem anderen darüber redet, dass man nicht Soldat ist, um Befehle auszuführen sondern um seine Kameraden zu retten (selten so gelacht).
Hätte man diese absolut überflüssigen Szenen weggelassen, wäre der Film bei mir um einiges besser weggekommen, so aber hinterlässt er eben diesen schon oben genannten bitteren Nachgeschmack.
Die Musik ist passend und untermalt die Kampfszenen martialistisch, aber nicht patriotisch (wie bei diversen anderen Filmen). Außerdem fängt sie das Flair des Landes doch recht gut ein und steigert dadurch noch die Atmosphäre.
Abschließend möchte ich noch drauf hinweisen, dass der Film keinesfalls etwas für Kriegsfilm- und Actionhasser ist, denn die werden sich die 2 Stunden ausgiebig langweilen.
Das ganze ist eher für Liebhaber von Explosionen und modernen Waffen gedacht, die schon immer mal Counter Strike und Konsorten in "Echt" erleben wollten (da kann ich mich dazuzählen).
7/10
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