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Black Hawk Down (2001)

Eine Kritik von eagle_vision (Bewertung des Films: 5/10)
eingetragen am 02.05.2010, seitdem 267 Mal gelesen


„Der Soldat James Ryan“ war rückblickend vielleicht als technisch innovativer Film von weitaus größerer Bedeutung als vom inhaltlichen Aspekt her gesehen. Denn in der Folge sollten mehrere neue (größtenteils möchtegern Anti-)Kriegsfilme zwar die inszenatorische Brillanz kopieren und formvollenden, jedoch auf der den Krieg reflektierenden Ebene meist scheitern. „Wir waren Helden“ mit Mel Gibson ist einer von ihnen und „Black Hawk Down“ reiht sich prinzipiell ebenso in diese zweifelhafte Ehrengarde der heroisierenden Filme mit ein.
Technisch gibt es natürlich absolut nichts zu bemängeln: Die obligatorische Wackelkamera suggeriert ein Gefühl von mittendrin statt nur dabei, der wuchtige Ton tut sein Übriges (Oscars hierfür), die Kämpfe sind absolut packend inszeniert. Warum die Verfilmung des gescheiterten US-Einsatzes in Somalia 1993 wohl dennoch nur, wenn überhaupt, als Fußnote in die Geschichte des Genres eingehen wird, liegt daran, dass oft über symbolträchtig aufgeladene Klischeebilder einmal mehr die Potenz der US-Streitkräfte und die des amerikanischen Soldaten zwar unkommentiert gezeigt, damit aber auch unverhohlen propagiert wird: Es nimmt Michael Bay'sche Ausmaße an, wenn zu cooler Musik die Helikopter gen Sonnenauf-/untergang wie in einer Tanzchoreographie sich aufstellen und losfliegen oder wenn ein Soldat in heldenhafter Pose (Kamerawinkel von schräg unten gen Sonne geschossen) mit einer Handgranate ein paar von vielen anonymen schwarzen Somaliern das Licht auspustet. Auch mag die bereits erwähnte Musik, die teils rockinspiriert die Kämpfe untermalt, nicht so recht passen. Eher macht sie aus diesem Film einen Actionfilm vor Kriegshintergrund denn einen ernstzunehmenden Kriegsfilm. Dazu passt auch, dass die meisten Figuren eindeutig nur Schablonen sind, die allesamt markige Sprüche zum Besten geben. Und wenn nicht, dann ist es nur: "Hab dich lieb Frau" oder "Es geht um den Mann neben dir". Halleluja.
Einzig wenn am Ende die vermeintlichen (aber sehr erschöpften) Supersoldaten tanzenden Kindern gegenübergestellt werden oder Josh Hartnett (macht seine Sache ganz solide!) sagt, dass das Heldentum nur unbeabsichtigt und versehentlich passiert, dann bricht der Film nochmal ein wenig auf. Nur zu wenig und zu spät. Und was an vordergründigen Worten kommt, kann über die zweifelhafte Ikonographie nicht hinwegtäuschen.
"Black Hawk Down" will die ersten 20 Minuten von "James Ryan" ins scheinbar Unermessliche steigern und wird dadurch sehr schnell eintönig und ermüdend. Beim ersten Mal lässt man sich angesichts der überwältigenden Inszenierung noch blenden, aber dies ist ein typischer Vertreter von "je öfter desto schlechter", denn mit der Zeit werden die Mängel immer klarer.
Als reiner Unterhaltungsfilm mit Popcorn und Cola durchaus funktionierend, scheitert "Black Hawk Down" letztendlich an seinen eigenen Ambitionen.
5/10


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