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Shiri (1999)
Eine Kritik von straight shooter (Bewertung des Films: 4/10) eingetragen am 11.02.2004, seitdem 991 Mal gelesen
S(C)HIRI, PFEIF AB!
Im internationalen Vergleich bestenfalls durchschnittlicher Actionfilm mit passablen Schauspielern, der den asiatischen Charme verliert und sich durch die Annäherung an Hollywood-Schinken diskreditiert.
Story: Soldaten der nordkoreanischen 8th Special Forces, die eine lebensgefährliche Ausbildung durchlaufen, infiltrieren die südkoreanische Hauptstadt Seoul und bringen den extrem explosiven Flüssigsprengstoff CTX in ihre Gewalt. Damit versuchen sie die einstigen Landsmänner zur Wiedervereinigung zu zwingen. Während eines FUSSBALLSPIELS, bei dem die Präsidenten beider Staaten anwesend sind, versuchen die Reuinifikationskämpfer, die Bombe detonieren zu lassen...
SPOILER MÖGLICH
SHIRI (aka Swiri): "Korean aboriginal fish, living in crystal streams"
In den ersten zehn Minuten weiß der Zuschauer überhaupt nicht, wie ihm geschieht. Erst muss man die (für viele tödliche) Ausbildung der 8th Special Forces mitansehen, dann werden Agenten erschossen, und eine Spezialeinheit stürmt ein Schiff. Danach werden Fischmotiv und Liebesgeschichte eingeführt.
An Abwechslung mangelt es Shiri eher weniger, auch nicht an Action, sofern man sich für Hollywood-nahe -Inszenierung und -Frequenz begeistern kann.
Die größte Schwäche ist meiner Meinung nach aber die Story, die sich lediglich geographisch von anderen Terror-Thrillern wie z.B. "The Rock" oder "Purple Storm" distinguieren kann.
Auch ärgerlich ist der Unrealismus, beispielsweise wie die 8th SF das CTX kapern und alle Soldaten töten, ohne dass auch nur einer der eigenen verletzt wird. Für die Bewachung einer Waffe mit derartigem Potential wird man sicherlich nicht die letzten Landschützen, die gerade frisch aus der Grundausbildung kommen, beauftragen. Aber selbst Ungediente würden nicht so stupide in feindliches Feuer laufen!
Genauso die zentrale Schießerei in der Mitte des Films: Die 8th SF werden von einem SWAT-Zug der Südkoreaner aus überlegener Position beobachtet. Trotzdem gelingt es dem SWAT-Kommando nicht, auch nur einen zu treffen (das wurde in "The Rock" wenigstens realistischer dargestellt!).
Ansonsten wurde die Action handwerklich zwar schnörkellos, also ohne die für Asien üblichen Stilmittel wie Farbfilter, Fast-/Slow-Motion und schräge Kameraperspektiven, aber solide inszeniert, mal mit Wackelkamera, mal schnelle Schnitte sorgen für Bewegung im wahrsten Sinne des Wortes.
Über kalibrig breit gefächerten Waffeneinsatz und den einen oder anderen blutigen Einschuss dürfen sich Genrefans auch freuen. Die meisten Explosionen stammen dagegen asientypisch deutlich sichtbar aus dem Computer.
Shiri geht auch deshalb schief, weil man versucht, einen Hollywood-Blockbuster zu kopieren, ohne dessen Finanzressourcen sein eigen nennen zu können.
Das einzige, was "Shiri" von einem Billig-Actioner unterscheidet, sind akzeptable Schauspieler und eine gut integrierte gefühlvolle Liebesgeschichte.
Vor dem Hintergrund der Völkerverständigung wirft "Shiri"
allerdings einige Fragen auf.
Wer nicht mit falschen Erwartungen an diesen Film herangeht (ich erwartete Konkurrenz für "The Killer", "Hard-Boiled" oder wenigstens 2009-Lost Memories) und einen netten Actionfilm für zwischendurch erwartet, wird sicherlich zufriedengestellt. Bei dem Preis, der zurzeit für den Streifen verlangt wird (zwischen 20 und 30 Euro), kann ich allerdings nur abraten.
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