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Shiri (1999)
Eine Kritik von Lei Li eingetragen am 08.10.2004, seitdem 474 Mal gelesen
Ein guter Freund warf mir neulich seine DVD von SHIRI mit der Bemerkung "Nim mal mit, is wirklich janz jut" freundlich um die Ohren. Irgendwo im Großhirn verbarg sich auch noch die Information, ach ja dieser Terroristen Heuler, von dessen Betrachtung ich vor 3 Jahren beim Fantasy Filmfest Abstand nahm. Hatte damals null Bock auf unverständliche Laute mit englischen Untertiteln. Heute hatten mein Babygirl und ich lange Weile, wir legten emotionslos den SHIRI ein.
Nach 125 Minuten großartiger Unterhaltung ( der Film hätte gerne noch ne Stunde länger gehen können ) konnte ich wieder nicht fassen, mit welchen Schrottfilmen ich Stunden meines Lebens vergeudete und zu solchen Teilen muß ich fast gezwungen werden.
Habe jetzt kein Verlangen die Story wieder zu geben, möchte viel lieber auf die Ergüsse einiger Review Profis eingehen. Ich kann nicht begreifen, warum Hollywood immer als das Maß aller Dinge angesehen wird. Feststellungen wie : die Explosionen sehen wie aus dem Computer aus, oder : SHIRI ist unlogisch, unrealistisch und voller Klischees finde ich unakzeptabel und ehrlich an meinen Nerven sägend. Immer wird etwas ausgesetzt und mit den tollen Ami Standards ( oder noch schlimmer, mit abgetakelten vom US Filmmoloch aufgesaugten und wieder ausgekotzten Wichten wie John Woo ) verglichen. Das hat SHIRI nicht verdient. SHIRI ist ein knallharter ( vom Lachflash, welchen ich bekam als ich die Fsk 16 Freigabe las, habe ich mich immer noch nicht erholt ) Actionkracher der seinen positiven Ruf durchaus gerecht wird. Der Regisseur läßt seinen tollen durch die Bank überzeugenden Darstellern Raum und Zeit aus ihren zu spielenden Figuren glaubhafte Charaktere zu entwickeln. Das Thema Nachbarschaftshaß und der daraus resultierende Terrorismus paßt meiner Meinung nach zu einen Südkoreanischen Film wie die Faust aufs Auge. Hüpft Bruce Willis doch noch aus Geldgier zum 4. Mal in die( schon beim ersten DIE HARD stinklangweilige ) Rolle des zufällig zum Terrorexperten werdenden Supercops, hoffe ich, daß er auf den Anführer der in SHIRI aktiven Elite-Terroristen trifft. Dann wäre nämlich endlich Schluß mit lustig. Dieser wurde doch tatsächlich von meinen vor kurzen liebgewonnenen "OLDBOY" Choi Min - Sik gespielt. Choi kam mir vor als ob er sich diese Rolle freudig geschnappt hat und wie einst Tomas Milian ( bei jeden seiner Filme ) mit dieser auf und davon gerast ist. Dieser tolle Schauspieler macht mit seiner Leistung sogar begreifbar, warum seine Figur mit so unbändigen Zorn handeln muß. Die tragische Liebesgeschichte zwischen den Hauptdarstellern geht absolut in Ordnung. Das tiefsinnige Motivspiel mit den Fischen finde ich großartig.
Abschließend möchte ich noch Brian De Palma zitieren, der anläßlich seines total mißglücktem Femme Fatal letztes Jahr ein Interview gab und ausplauderte, daß er das momentane Us Kino für unerträglich halte und die interessantesten Filme aus Korea kämen. Dem Mann der uns SCARFACE geschenkt hat, möchte ich nicht wiedersprechen.
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