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Stargate (1994)

Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 27.01.2006, seitdem 476 Mal gelesen


Unterhaltsam ist Roland Emmerichs „Stargate“ durchaus, aber so gut, dass man unbedingt noch mehrere TV-Serien draus hätte stricken müssen, dann auch wieder nicht.
Thema des Films ist die ägyptische Kultur, deren Hieroglyphen das Spezialgebiet von Daniel Jackson (James Spader) sind, der aber gerade wegen gewagter Theorien sein Stipendium verloren hat. Da kommt das Angebot für Militär und eine betagte Gönnerin Runen auf einem ägyptischen Fundstück zu untersuchen gerade recht. Dabei handelt es sich um das titelgebende Sternentor und erfreulich fix hat Dannyboy dann auch das Rätsel geknackt, damit die Chose so richtig losgehen kann.
Nach Inbetriebnahme des Stargate will man wissen, was hinter dem Sternentor ist und schickt einen Trupp los, nachdem eine Sonde auf der anderen Seite verschütt ging. Neben dem Leiter Colonel Jonathan 'Jack' O'Neil (Kurt Russell) gehört auch Daniel zu dem Trupp, der durch das Tor auf einen fremden Planeten schreitet...

Dort weidet sich „Stargate“ doch ein wenig zu sehr an schicken Bildern vom Wüstenplaneten und den Eingeborenen, die dort leben. Etwas zu ausgewalzt ist das Aufeinandertreffen von Erkundungstrupp und Einwohnern, das übrigens sehr an „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ erinnert. Auch hier halten die Eingeborenen den Intellektuellen der Truppe für einen Gott (hier wegen eines Amulettes), laden die Leute zur Dorffete ein und nach und nach kommt unser Sprachgenie auf den Trichter, wie man mit den Menschen kommunizieren kann, während die Soldaten nur Bahnhof verstehen. Hier gibt man Daniel allerdings noch nach Instantvermählung zum Knattern, aber das wäre bei C3PO und den Ewoks auch sehr unpassend gewesen.
Eigentlich schade, dass „Stargate“ diesen Hänger hat, denn die Einleitung wird ja, wie gesagt, ziemlich flott über die Bühne gebracht und auch nach dem Eingeborenengeplänkel nimmt Emmerichs Film wieder mehr Fahrt auf. Es tauchen noch fiese Unterjocher auf, die den Mythos der ägyptischen Götter begründeten und werden dann in fixem Widerstandskampf in die ewigen Jagdgründe nicht. Neues erzählt „Stargate“ mit seinen Storys von Last Minute Rettungen, Rebellion und Heldenopfern nicht, aber das immerhin so straff, dass keine Langweile aufkommt.
Interessant ist hierbei auch die stimmungsvolle Verwendung der ägyptischen Kultur. Erich von Däniken Fans werden natürlich in die Hände klatschen von der Idee, dass es sich bei dem Sonnengott Ra um ein Alien mit Pyramidenraumschiff handelt, alle anderen können sich an der atmosphärisch dichten Ausbeutung ägyptischer Mythologie freuen: Außerirdische Rüstungen im Stil von Götterfiguren, Hieroglyphen als Sternekarten und derartige Scherze sorgen für viel Flair.

Ausbaufähig wäre „Stargate“ doch im Actionbereich gewesen, denn außer der Rebellion gegen Ende geht es hier selten zur Sache. Zudem ist die zu dezimierende Gegnermenge etwas niedrig, wenngleich die Kampfhandlungen mit Waffen aus Vergangenheit (Speere), Gegenwart (Sturmgewehre) und Zukunft (Laserlanzen) recht gut inszeniert sind. Stimmungsvoll ist z.B. die Szene, in der vier Soldaten von den Fieslingen ausgeschaltet werden und man dies nur in der Egoperspektive sieht oder Kampf zwischen Jack und Ras Bodyguard.
James Spader gehört ja nicht zu den ausdrucksstärksten Schauspielern, doch als leicht zerstreuter Intellektueller macht er hier einen überraschend guten Job. Kurt Russell hingegen zieht als kerniger Soldat das Standardprogramm ab, Jaye Davidson ist ein brauchbarer Fiesling, wenngleich mit eher wenig Screentime. Von den anderen Nebendarstellern gibt es Ordentliches zu sehen, wenngleich keiner hier herausragen kann.

Unterm Strich ist „Stargate“ meist straff erzähltes und recht kurzweiliges Popcornkino, das nicht zuletzt wegen der stimmungsvollen Verwendung ägyptischer Kultur unterhält. Etwas mehr Action hätte es aber trotzdem sein dürfen.


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