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Wrestler - Ruhm. Liebe. Schmerz., The (2008)

Eine Kritik von cheministry (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 25.09.2009, seitdem 163 Mal gelesen


***Spoiler***

Randy (Mickey Rourke) ist Wrestler. Seine besten Zeiten hat er lange hinter sich. So tingelt er von einem kleinen Event zum anderen um eine Show abzuliefern. Als er einen Herzinfarkt erleidet ist es damit vorbei und er versucht sein Leben neu zu ordnen. Doch in der "realen" Welt findet Randy keinen Halt.

"Ich weiß, dass ich in meinem Leben viel Mist gebaut habe. Ich kann dich nicht zwingen, mich zu lieben. Ich will nur nicht, dass du mich verachtest."

Der Wunsch eines Menschen, der sein Leben geraderücken will.
Aronofskys Drama ist eine Studie über einen gebrochenen Menschen, der stets kämpft und doch versagt. Der Zuschauer begleitet Randy in den Ring und in das Leben abseits des Jubels. Man sieht, wie der "Star" sich durch's Leben schlägt, scheitert und am Ende noch einmal ausholt.
Dabei hat sich Mickey Rourke seine Oscarnominierung redlich erspielt. Seine Figur hat resigniert, holt zu einem letzten Versuch aus und scheitert. Großartig gespielt, mitreißend und bewegend. Allein das Bestreben, sich wieder seiner Tochter zu nähern, ist intensiv zum mitleiden. Rourke schafft es glaubwürdig diesen Mensch zu verkörpern, dem im Ring seine Fans zujubeln und der abseits dieser Rolle mit dem Leben "draußen" nicht klarkommt. Das immer weiter fortschreitende Zerbrechen der Figur gipfelt schließlich in einem unglaublich intensiven Akt, wenn Randy sich verzweifelt selbst erlöst.

Die Kamera ist immer bei ihm, verfolgt ihn oder zeigt einfach nur seinen Gesichtsausdruck in dem so viel gesagt wird, dass es keinen Text braucht. Der Dokustil trägt das Übrige zur trostlosen Atmosphäre bei, bleibt immer nah an den Charakteren und zeigt Unmittelbarkeit in trostlosen Bildern ohne in Kitsch abzudriften. Gleiches gilt für den Soundtrack.
Neben Rourke glänzt auch Marisa Tomei, Randys einzige Stütze. Sie gibt nicht nur als Stripperin eine gute Figur ab, sondern ist auch so etwas wie ein Spiegelbild. Auch ihr Stern beginnt zu sinken. Leider ist ihre Rolle nicht allzu stark ausgebaut. Jedoch genug, um ihrem Charakter die nötige Tiefe zu geben.

Ohne Effekthascherei und im Grunde schlicht inszeniert trägt Rourke diesen Film mühelos allein. Dümpelte seine Karriere größtenteils nur noch dahin, legt er hier ein eindrucksvolles Stück Schauspielkino hin.
Und wenn Randy am Ende mit Tränen auf dem Seil steht, in einer langen Einstellung mit dem Geschrei der Menschen im Hintergrund mit einem Blick "Lebt wohl" sagt, dann trifft das.

Großes Kino.


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