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Totale Erinnerung - Total Recall, Die (1990)

Eine Kritik von Arminowitsch (Bewertung des Films: 10/10)
eingetragen am 21.03.2003, seitdem 3096 Mal gelesen


Knallhart und konsequent.

Total Recall ist wohl einer der besten Schwarzenegger-Filme. Über die Story werde ich mich hier nicht auslassen, aber sie ist, vor allem im Vergleich zu anderen Arnold-Streifen oder vielen Hollywood-Filmen viel komplexer, unberechenbarer, spannender und origineller. Die Frage nach der Realität, das Spielen mit den Andeutungen, ob das Geschehene nun ein Traum ist, oder nicht, hat sogar ein wenig philosophische Ansätze, die später z.B. von "Matrix" erneut, leicht angepasst, aufgegriffen werden. Auch was das ganze Setting angeht, ist Verhoeven hier ein visionärer Film gelungen. Als einer der letzten (fast) ohne Anwendung digitaler Effekte schafft er eine authentische, logisch durchdachte und eben sehr rohe Zukunftswelt, wobei hier die Parallelen zu dem späteren "Minority Report" von Spielberg nicht zufällig sind, basiert doch die Geschichte bei beiden auf Phillip K. Dick-Erzählungen, die ebenfalls deutliche Zusammenhänge aufweisen (etwa die mystisch begabten Mutantenwesen, oder auch die geschilderte Umgebung). Total Recall setzte also Maßstäbe hinsichtlich der Effekte, der visuellen Umsetzung phantastischer Utopien, und der Action.

Hier muss man sagen, dass Verhoeven wohl der einzige wirklich konsequente Action-Regisseur Hollywoods ist. Seine Gewaltdarstellung ist auch hier wieder extrem (selbst in Amerika mussten Sequenzen gestrichen werden!), allerdings keinesfalls verharmlosend, oder verherrlichend. Sie dient ihm als Mittel zum Zweck der Darstellung seiner lebensfeindlichen, skrupellosen Zukunftswelt (Spielberg verwandete hier eher filmsprachliche Mittel), aber sicher auch als wichtiger Bestandteil seiner Action. Das meine ich auch mit konsequent; der Film ist nie darauf ausgelegt worden, dass ihn sich Kinder zur Blockbuster-Primetime ansehen. Es ist eine phantastische, spannende und brutale Geschichte für Leute, die damit umgehen können, die die Gewalt nicht missverstehen. Insofern ist die Altersfreigabe durchaus berechtigt und insofern ist auch der Film nicht so verherrlichend und plump, wie der gängige Mainstream-Actionfilm. Die Gewalt ist zwar schon Unterhaltungsbestandteil, wird aber nicht beschönigt und hochgestylt. Sie bleibt, was sie ist.

Und wie gesagt, sie ist ja auch nicht die einzige Substanz des Filmes, denn hier gibt es ausnahmsweise eine gute Geschichte, eine visionäre Umsetzung und dichte Atmosphäre. Ein tolles Erlebnis, durchwegs spannend und ohne Längen und Lücken (was es leider heute zuhauf gibt!).

Und bevor man über die Gewaltdarstellung dieses Meilensteins ab 18 wettert, sollte man sich lieber fragen, warum das A-Team immer noch im Nachmittagsprogramm läuft!

10/10 - der Holländer hat es einfach drauf!


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