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Kap der Angst (1991)

Eine Kritik von psst (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 26.04.2010, seitdem 192 Mal gelesen


Gerade habe ich "Kap der Angst" seit langer Zeit wieder einmal gesehen und beinhahe schon vergessen, wie gut dieser Film ist.
Martin Scorsese ist ja bekannt, dass seine Beiträge stets zum Besten gehörten, was das Kino zu bieten hat. Auch wenn ich seine letzten Beiträge (Aviator, Shutter Island...) weniger überzeugend fand.

Seine besten Filme hat Scorsese mit De Niro gedreht. Da tummeln sich "Casino", "Goodfellas", "Wie ein wilder Stier" und natürlich "Taxi Driver" im Schaffensfundus des Altmeisters. Weniger häufig wird nun gerade dieser Film genannt, was wohl an den epischen Ausmaßen der anderen Filme liegt. Dagegen kommt "Kap der Angst" sehr kompakt daher, ohne sich in enormer Laufzeit zu ergötzen oder im Drehbuch Haken zu schlagen

Das, was wirklich hängen bleibt, ist die schauspielerische Leistung, die durchweg überzeugt. Egal ob de Niro, Nolte, Lange oder die sehr junge Juliette Lewis, alle spielen in Bestform auf und ermöglichen einige sehr intensive Szenen, die den Film über weite Strecken tragen. Die Grundstory erscheint dabei sehr einfach und bietet eigentlich nur die Plattform für die Schauspieler, die herrlich überzogen ihre Charaktere auf 120 % laufen lassen.
Der zweite Stein im Brett ist die schon fast kitschige Inszenierung, die einen zwischen Anspannung und Schmunzeln schwanken lässt. Ebenfalls das Gefühl von 120 %! Schon wenn Max Cady, der sich selbst passend als böser Wolf beschreibt, aus dem Gefängnis kommt, sich hinter ihm ein Gewitter zusammenbraut und er ohne zu bremsen in die Kamera läuft, wirkt das wie die Holzkeule mit der Aufschrift "Bedrohlichkeit". Da hat wohl jemand seinen Spaß gehabt und unter Umständen könnte das albern wirken. Durch die Schauspieler und kleine Rafinessen im Drehbuch (die Beziehungsprobleme der Familie) erscheint der Film aber eher wie ein Standardwerk zur Genredefinition, das mit einem der besten Scores der FIlmgeschichte aufwartet und sich frei von der Leber weg bester 50er-Jahre-Ästhetik bedient.

Mit einem Satz: Dieser Film ist und bleibt großartige Unterhaltung, die die genrespezifischen Merkmale verquickt, zitiert, persifliert und darüber hinaus mit Schauspielerei der Oberklasse und einem genialen Soundtrack punktet. Für alle, die gute Filme mögen gilt:

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