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Horsemen (2009)
Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 6/10) eingetragen am 28.03.2009, seitdem 2159 Mal gelesen
Spätestens seit dem ungebrochenen Erfolg der „Saw“-Filme ist der Serienkillerstreifen immer wieder gern gesehen, nun schickt Platinum Dunes seinen Beitrag dazu ins Rennen.
Hier ist es allerdings kein Einzeltäter, sondern eine kleine Gruppe von Killern, die ihre Opfer nach einem Muster hinrichtet, dass sich auf die vier apokalyptischen Reiter beruft: Krieg, Hunger, Krankheit und Tod. Wobei „The Horsemen“ Krankheit bzw. Pestilenz teilweise auch als eine Art Chef der Reiter darstellt, was aber wenigen Darstellungen der vier Reiter entspricht – nennen wir es künstlerische Freiheit.
Mit dem Fall betraut wird der Spezialist Aidan Breslin (Dennis Quaid), der allerdings bei aller beruflichen Kompetenz noch einige Probleme hat. Seine Frau verstarb an Krebs, seitdem muss er die Söhne Alex (Lou Taylor Pucci) und Sean (Liam James) allein großziehen. Immer wieder muss er die beiden versetzen, weil der Job ruft; das Herausgeben von Taxigeld, wenn er mal wieder wegmuss, ist schon ein festes Ritual. Mit Dreitagebart und sichtbaren häuslichen Stresses ist Aidan eine Abwechslung zu so manchen Bilderbuchbullen im Film, da viele Exemplare dieser Gattung scheinbar kein Privatleben haben.
Nach zwei aufgefundenen Opfern ist Aidan klar, dass er es hier mit Profis zu tun hat, die nichts dem Zufall überlassen. Doch was haben sie vor? Das will Aidan herausfinden, bevor es weitere Tote gibt...
„The Horsemen“ gehört zu den Filmen, die sich in zwei extrem unterschiedliche Hälften unterteilen lassen. Hälfte eins ist hier die mit Abstand gelungenere, führt sie doch die interessante Reiter-Symbolik ansprechend ein und etabliert mit Aidan einen reizvollen Hauptcharakter. Gerade seine Gefangenheit zwischen Pflichterfüllung und Familienloyalität gibt einen angenehm ambivalenten Touch, reichert die im Grunde nicht gerade neue Serienkillergeschichte mit reichlich Momenten des Dramas an, welche Aidans Zwiespalt herausarbeiten, z.B. wenn sein Sohn sich Tatortphotos ansieht, die an sich nicht für ihn geeignet sind, Aidan damit aber auf eine Idee bringt.
Leider hat „The Horsemen“ deutliche Probleme das zuende zu bringen, was er anfängt. Dass es die vier Reiter nur auf vier Opfer abgesehen haben, wird schnell klar und da gleich zwei davon in schneller Folge rausgehauen werden, um für etwas Blut zu sorgen, bemüht sich Hälfte zwei deutlich um Streckung des Ganzen. Leider hat „The Horsemen“ bis dahin schon diverse wichtige Informationen offenbart, die gerade das letzte Drittel unheimlich vorhersehbar machen. *SPOILER* Man ahnt schon, dass Aidans ältester Filius etwas mit der Sache zu tun haben muss. Und dass die Polizei lange Zeit nicht erkennt, dass es sich bei dem dritten Toten nicht um ein Opfer, sondern einen gemeuchelten Reiter handelt, ist schon fast blanker Hohn. *SPOILER ENDE*
Während „The Horsemen“ also mit zunehmendem Verlauf uninteressanter wird und auch das übergeordnete Ziel der Täter wenig glaubwürdig daherkommt, so kann der Film immerhin auf inszenatorischer Ebene Boden gut machen. Gerade die Taten der Reiter sind blutig-stilvoll in Szene gesetzt, ohne zu sehr in Richtung des Folterfilms zu gehen. Zwar geht es auch hier deftig zur Sache, so selbstzweckhaft wie in manch anderem Genrevetter ist der Einsatz der derben FX aber nicht.
Eine der größten Stärken des Films ist Dennis Quaid, der den abgehalfterten Ermittler so überzeugend gibt, dass auch die Dramaparts wirklich gut funktionieren. Zhang Ziyi hat eine relativ vielschichtige Rolle, spielt diese aber bloß routiniert herunter, Peter Stormare in einer Minirolle kommt kaum zum Zuge. Positiv hingegen fallen Lou Taylor Pucci und Liam James, die für Kinder- bzw. Jugenddarsteller wirklich gute Arbeit leisten.
Hätte man an den Stärken der ersten Hälfte festgehalten, dann wäre „The Horsemen“ die wahrscheinlich beste Platinum Dunes Produktion geworden. Doch mit fortschreitender Laufzeit wird das Script immer vorhersehbar und der Film zieht sich zunehmend – da können auch ein sehr guter Dennis Quaid und eine ordentliche Regie „The Horsemen“ nicht zu mehr als gehobenem Mittelmaß machen.
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