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Tödliches Kommando - The Hurt Locker (2008)

Eine Kritik von crizzero (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 22.03.2010, seitdem 215 Mal gelesen


Kathryn Bigelow schafft mit diesem intensiven, hochspannenden Action-Drama über den amerikanischen Irak-Einsatz einen der besten Kriegsfilme überhaupt. Welche vielsagenden Bilder und realistischen Szenarien sie hier aus Sicht eines Bombenentschärfungsteams präsentiert, sind allererste Sahne und bieten eine Tiefe, die man von dieser Art von Film gar nicht erwartet. Das ist also längst kein gewöhnlicher Kriegsfilm. Es ist ein nahezu perfektes Werk voller authentischer Momente, in denen man den Staub schmecken und die allgegenwärtige Angst der Soldaten riechen kann.

Schauspielerisch ist der Film genial besetzt. Schon die erste Szene des Films bleibt hängen, weil sie ein charismatischer Guy Pearce bereichert. Später trifft der Rote-Faden-Akteur Anthony Mackie auf David Morse und sogar auf Ralph Fiennes, mit dem er eine lebensgefährliche Situation zu überstehen hat. Aber alle stehen diesmal im Schatten des wirklich stark aufspielenden Jeremy Renner. Dieser hat ja bereits in "S.W.A.T." schon den harten Macker markiert und bewiesen, dass er das gut kann. Hier ist es Regisseurin Bigelow aber nahezu perfekt gelungen, die Seite hinter dieser coolen Fassade auf dezente Art und Weise mit einzubauen. Gerade am Schluss des Films wird deutlich, wie der von Renner klasse gespielte Staff Sergeant James tickt und was ihn bewegt. Die Oscar-Nominierung kann ich absolut nachvollziehen. Aus einem insgesamt überdurchschnittlichen Cast ragt er nämlich noch deutlich heraus.

Über allem aber steht die Idee des Films. Die Entscheidung, den Krieg als eine Art Droge für einen Einzelnen zu behandeln, welcher dadurch wiederum andere in Gefahr bringt, ist hochinteressant, äußerst facettenreich und bis dato einzigartig. Es geht natürlich um's Überleben, um das Bewahren der Menschlichkeit, um die militärisch perfekte Organisation und die Wichtigkeit der damit einhergehenden und schlichtweg lebensnotwendigen Vorsicht. Aber es geht eben auch darum, dass es Menschen gibt, die extrem gut sind, indem was sie machen, und die es wahrhaftig lieben, was sie da tun. Menschen, die einfach nicht anders - oder nichts anderes - können, als ihrem Talent und Können unentwegt und bedingungslos nachzugehen. Wenn man mit der Auswahl der richtigen Cornflakes in einem Supermarkt überfordert, beim Entschärfen der gefährlichsten Bomben im Irak aber ein Spezialist ist, dann ist die schwerere Aufgabe manchmal die leichtere.


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