|
 |

Ansicht eines Reviews
8MM - Acht Millimeter (1999)
Eine Kritik von floair (Bewertung des Films: 7/10) eingetragen am 11.01.2007, seitdem 272 Mal gelesen
Nachdem er schon das Drehbuch zu " Sieben " geschrieben hat, beglückt uns Autor Andrew Kevin Walker erneut mit einem spannenden Thriller um das berühmte Tabuthema " Snuff ". Thrillerregisseur Joel Schumacher übernahm die Regie und zeigt sein gewohnt geschicktes Händchen in diesem Genre. Der richtige Kinoerfolg kam aber nicht, aber eine Pleite fuhr man immerhin auch nicht ein.
Story:
Der angesehene Privatdetektiv Tom Welles ( Nicolas Cage ) soll für eine Kundin alles über eine Snufffilmrolle herausfinden, auf der ein Mädchen bestialisch ermordet wird. Also taucht Tom tief in die Pornoindustrie ein und lernt dort den Musiker Max California ( Joaquin Phoenix ) kennen, welcher ihn bald mit dem Pornofilmer Dino Velvet ( Peter Stormare ) bekannt macht. Bald ist Welles klar, dass Dino für Geld Leute vor laufender Kamera abschlachtet, doch Tom wird verraten und gerät nun selbst ins Visier der perversen Schlächter.
Selten beschäftigen sich Filme mit dem Tabuthema " Snuff ", daher ist der Stoff noch recht frisch und die Story ist wirklich gut durchdacht und spannend erzählt, obwohl sie recht früh aufgelöst wird und der Zuschauer keine allzugroßen Wendungen erwarten darf. Ein kleiner Schwachpunkt ist die zu lang gewordene Ermittlungsphase, welche die komplette erste Hälfte des Films in Anspruch nimmt. Zwar ist es interessant mitanzusehen, wie Tom langsam die Wahrheit zu Tage fördert, jedoch fehlt hier einfach der Drive. Dafür hat man die dreckige Atmosphäre toll in Szene gesetzt. Tom bewegt sich fast nur in heruntergekommenen Motels, Hinterhofkneipen, Kellern, oder leerstehenden Gebäuden. Der Score von Mychael Danna ist sehr intensiv und fährt von Hip Hop bis Hard Rock alles auf.
Die zweite Hälfte ist genau der Gegensatz von der Ersten. Tom sieht wie so ein Film gemacht wird und wird fast selbst Opfer der Übeltäter. Natürlich rächt er sich grausam an Jedem Einzelnen und so verkommt der Thriller zum Selbstjustizfilm, löblicherweise aber ohne an Spannung zu verlieren. Nur wirkt das etwas ungläubig. Dafür bekommt der Zuschauer ordentlich Action in der zweiten Hälfte geboten, welche vor allem aus Prügeleien besteht.
Als etwas störend betrachte ich noch das Verhalten von Tom gegenüber seiner Familie, zu der er wirklich sehr kalt ist, das ermordete Mädchen erscheint ihm viel wichtiger und löst mehr Emotionen bei ihm aus.
Nicolas Cage verkörpert den Privatdetektiv sehr glaubwürdig und emotionel, während Joaquin Phoenix ein sehr netter Sidekick ist, welcher etwas Humor in die sehr ernste Angelegenheit bringt. Aber auch der Gegenpart mit Peter Stormare als Dino Velvet und James Gandolfini als Poole hat es in sich. Die Beiden könnten abstoßender nicht wirken.
Fazit:
Gut durchdachte Story, nur die Auflösung hätte man sich länger aufsparen müssen und die erste Hälfte ist etwas zu zäh geworden. Jedoch ist das Spannungslevel sehr hoch und die dreckige Atmosphäre und der intensive Score gehen unter die Haut. Die Darsteller machen ihren Part perfekt und die zweite Hälfte verkommt zwar zum Selbstjustizfilm, ist damit aber ziemlich actionstark.
Größtenteils wirklich gelungen, trotz der Schwächen kann man unbedacht zugreifen.
 | "Surprise me!" BETA |
Zur Übersichtsseite des Films Liste aller lokalen Reviews von floair
Zurück
 |
 |
|