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8MM - Acht Millimeter (1999)

Eine Kritik von *RM (aka Alfred Bester) (Bewertung des Films: 2/10)
eingetragen am 27.12.2002, seitdem 2194 Mal gelesen


„8MM“ von Regisseur Joel Schumacher ( der sich bereits für Gurken wie „Batman und Robin“, aber auch für so spannende Werke wie „Falling Down – Ein ganz normaler Tag“ verantwortlich zeichnete ) umbaut sich bereits im Vorfeld mit einem aufgesetzten Mythos, bestehend aus zwei Primär-Elementen:

1. Die Behandlung solch skandalträchtigen und heiklen Stoffes wie der Thematisierung der Snuff – Pornos und ihrer Szene sowie
2.die FSK 18er – Freigabe, die die Spekulationen weiter anheizt und vielleicht noch zwei bis drei Angehörige der potentiellen Zielgruppe mehr ins Kino locken kann ( wie man seit je her annimmt ).

Joel Schumachers Werk wird weder den gesetzten Prämissen noch sonst irgendwelchen Ansprüchen gerecht:
Die 18er – Einstufung der FSK erfolgte wohl aus der Thematik heraus, nicht aufgrund der gezeigten Härte ( viel gibt’s hier nämlich nicht zu sehen ), doch was ja viel schlimmer wiegt, ist die hier sehr deutliche Schwäche der bekanntlich nicht grade unelementaren Filmkomponente genannt „Handlung“.
Schumacher verzichtet abgesehen von der Präsentation eines heulenden und klischeehaft-verstörten Protagonisten praktisch gänzlich auf die kontroverse und sicherlich schwierige Behandlung des Snuff-Themas, regt kaum Diskussionspotential an, bezieht nur in arg gezwungen aufgesetzten Punkten Position und kommt mit der zweiten Bürde, der im weiteren Verlauf des Films angeregten Problematik der Selbstjustiz, überhaupt nicht mehr klar.

Statt wenigstens den Versuch einer vielleicht interessanten Milieustudie zu unternehmen, zeigt Schumacher uns eine abgehalfterte Detektiv-Story mit Rache-Elementen voller Unglaubwürdigkeiten, Logiklöchern und Klischeehaftigkeiten. Drehbuch und Inszenierung wollten hier vieles, waren aber letztlich offenbar zu überfordert, um aus dem selbst gebuddelten dramaturgischen, konzeptionellen, moralischen und inhaltlichen Loch wieder herauszukommen.

Dazu gesellt sich leider passend eine schon geradezu peinlichst agierende Darstellerriege voller Klischeetypen einerseits und übertrieben angelegten Pseudo-Identifikationsfiguren andererseits. Angeführt wird der Cast – Malus vom sonst doch so überzeugenden Nicholas Cage ( „Face/Off“, „Leaving Las Vegas“, „The Rock“, „Stadt der Engel“ ) mit einer der wohl schlechtesten Leistungen seiner bisherigen Schaffensphase und Karriere.

Abschließend bleibt also festzuhalten, dass uns mit „8MM“ ein grottenschlechter, langweiliger, schlecht inszenierter und peinlich gespielter, inhaltlich dümmlicher Pseudo – Thriller mit vermeintlich skandalösem Aufhänger und verschenkter Chance einer umfassenderen Stellungnahme und Kritik vorgesetzt wurde, der nichts von dem hält, was er angeblich verspricht.


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