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8MM - Acht Millimeter (1999)
Eine Kritik von Arminowitsch (Bewertung des Films: 10/10) eingetragen am 04.05.2003, seitdem 767 Mal gelesen
Der Film ist gut. Sehr gut.
Die Story um den Snuff-Film darf nur nicht auf das reduziert werden, was sie vordergründig ist: Ein Krimi um ein Snuff-Movie mit den Guten und den Bösen. In Wirklichkeit steht dahinter ein komplexes Gedankenkonstrukt über die Macht der Kino-Illusion, über die Macht der Hollywood-Entertainment-Industrie. Ein finsteres, stark entfremdetes Abbild dessen, die Kehrseite der Medallie. Dazu kommt auch ein sehr bewusstes Aufkochen typischer Stilelemente älterer Filme des Kriminalgenres. Und der Hauptdarsteller, Nicolas Cage, ist keinesfalls ein "Guter", ein Held, sondern vielmehr der Film-Noir-angelehnte Antiheld, der im Verlaufe der Ereignisse immer weiter die Kontrolle über sich selbst verliert, von der hässlichen Höllenwelt (mythische Anspielungen und Konzepte sind ebenfalls nicht zufällig) geschluckt wird. Die Verzweiflung, die Leidenschaft zugleich, und die Suche nach Gerechtigkeit führen zur Selbstjustiz und machen den "Helden" schließlich auch kaputt.
8MM ist eine sehr tragische, stilisiert mythische Geschichte, die bewusst mit den Fantasien und Gedanken des Kinogängers spielt, sofern er sich drauf einlässt. Insofern reichen die Andeutungen der Gewalt auch für eine FSK18 (Man muss nicht immer nur viel Blut sehen...), denn um gerade diese hässlichen Fantasien, die da aufkeimen, sowie um den Mechanismus, in der Fiktion diese freizusetzen, geht es. In eine ästhetisch-morbide, grell-düstere Hülle gepackt, ergibt das deutlich mehr, als einen einfachen, scheinbar übertriebenen Thriller über Snuff-Filme. Vielmehr ist 8MM etwas, was sich selbst als fiktives Gebilde hinterfragt und den Zuschauer "als Zuschauer entlarvt", ohne dabei durch unnötige, in letzter Zeit modisch gewordene Selbstironie oder ähnliches die eigene Brisanz und Intensität zu verletzen. 10/10.
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