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Quantum Trost, Ein (2008)

Eine Kritik von daronmuyen (Bewertung des Films: 1/10)
eingetragen am 18.09.2011, seitdem 203 Mal gelesen


Ein Quantum Trost reicht wahrlich nicht aus, um diesen Film zu ertragen. Was ist nur aus Bond geworden? Die Jack-Bauer-esquen Folterungen aus dem Vorgänger "Casino Royale" können doch nicht Schuld daran sein? Alles, was im Laufe der Jahrzehnte James Bond ausmachte, wenn auch mit immer neuen Variationen, ist verschwunden. Was also bleibt? Die furchtbare Schnittechnik vermiest einen jede noch so interessante Actionsequenz. Hier wird offensichtlich Schnellschnittsalat als mitreissende Dynamik ausgegeben. Das mehr als abstruse Drehbuch steckt voller Logik-Löcher, es gibt keine Gadgets, keinen Q, keine Moneypenny, keinen Martini, keinen Humor, gute Ideen bleiben im Ansatz stecken, Actzionszenen sind an sich nicht mehr sichtbar, sondern müssen im Kopf zusammen gereimt werden, müde und emotionslos wie ein Knäckebrot vorgetragene Dialoge sorgen für Schläfrigkeit ("Ich will sie wieder haben, Bond" - "Ich war nie weg!"), dazu gesellen sich verworrene und seltsam trashig gefilmte Szenen. Ich frage mich wirklich, was viele Leute an diesem unausgegorenen Film finden. Wenn ich John McLane sehen will, wie er im Alleingang 400 Terroristen erledigt, dann muss der bluten und schwitzen und trotzdem trockenen Humor an den Tag legen. Möchte ich John Rambo sehen, dann muss der mit melancholischem Blick und tief verwundeter Seele selbstlos anderen das Leben retten, möchte ich Jack Bauer sehen, wie er in 24 Stunden einen Atomschlag vereitelt, dann erwarte ich 24 Folgen lang ausgeklügelte Cliffhanger und Filmfiguren, die offensichtlich nur in den Werbepausen auf die Toilette müssen. Möchte ich aber James Bond sehen, dann muss ich doch ein Quantum an Zutaten vorgesetzt bekommen, die etwas mit James Bond zu tun haben. Der unbedingte Willen, hier etwas Neues zu schaffen trägt nicht gleichzeitig einen Verbesserungseffekt in sich. Ganz im Gegenteil, man fragt sich, ob man dies oder das nicht in anderen Filmen schon besser gesehen hat. Was bleibt, ist die Figur des James Bond an sich: Craig ist sicher einer der besten Bonddarsteller, auch deshalb, weil er eigene und neue Ansätze in die Figur mit einbringt. Leider bewegt er sich in einem schlecht gemachten Film.


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