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In the Bedroom (2001)
Eine Kritik von zank (Bewertung des Films: 8/10) eingetragen am 29.05.2005, seitdem 355 Mal gelesen
Inhalt
In einem kleinen Fischerdorf in Maine lebt Familie Fowler ein ganz normales leben: Sie hat viele Freunde, Sohn Frank (Nick Stahl) bereitet sich auf sein Studium vor und widmet seine restliche Zeit seiner neuen und um einige Jahre älteren Freundin Natalie (Marisa Tomei). Getrübt wird das Idyll durch die ständige Präsenz von Natalies Ex-Mann Richard (William Mapother), welcher versucht seine Frau wieder für sich zu gewinnen. Eines Tages kommt es zur Konfrontation zwischen Frank und Richard, welche mit einem Schuss endet und weit reichende Konsequenzen hat…
Darsteller
Schauspielerisch können fast alle Darsteller überzeugen. Tom Wilkinson (als Matt Fowler) und Sissy Spacek (als Ruth Fowler) lassen den Zuschauer durch ihre stimmige Performance am Leid der Familie teilhaben, ohne dabei künstlich zu wirken. Marisa Tomei mimt die trauernde Freundin glaubhaft und sehr emotional. Ebenfalls hervorzuheben ist William Mapother, welcher den Zuschauer trotz sämtlicher Indizien den Großteil des Films im Unklaren darüber lässt, ob er Frank wirklich erschossen hat. Nick Stahl hingegen ist nach meinem Ermessen eine Fehlbesetzung: Er spielt die Rolle des Sohnes nicht schlecht, wirkt aber teilweise deplatziert bzw. künstlich.
Atmosphäre
Selten habe ich eine so gute Atmosphäre in einem Drama erlebt. Stimmungen und Emotionen werden durch geschickte Kameraarbeit und gekonntes Farbspiel in Szene gesetzt. Stilistisch bewegt der Film sich auf allerhöchstem Niveau. Die Kamera fährt in manchen Szenen so nah an die Darsteller heran, dass man gar kein Gefühl von Distanz mehr zum Charakter hat. Es scheint so, als würde man die intimsten Momente der Protagonisten live miterleben.
Musik
Thomas Newman hat hier wirklich ganze Arbeit geleistet. Sein Score unterstützt die Szenen in jeglicher Hinsicht. Szenen, die von sich aus schon emotional genug sind, werden durch sanfte Klänge unterstrichen.
Impressionen
Ein Kind zu verlieren ist sicherlich eine Erfahrung, die kein Mensch gerne machen möchte. Dennoch muss man mit dieser Situation umgehen können, denn es kann jeden treffen – jeden Tag. Manche Leute werden durch so eine Situation enger aneinander gebunden, andere wiederum distanzieren sich voneinander ohne es zu merken. Dann gibt es gegenseitige Schuldzuweisungen und Vorwürfe. Letzteres ist der Weg, den Matt und Ruth einschlagen. Unbewusst scheinen sie sich zu entzweien und ihre zu Beginn perfekt scheinende Ehe scheint kurz vor dem Aus zu stehen. Dieser Prozess wird mit allen Höhen und Tiefen gezeigt und lässt den Zuschauer bis zur letzten Minute mitfühlen. Es schwingt aber auch eine Kritik am Rechtswesen mit: Der Mörder des Sohnes darf sich solange frei in der Stadt bewegen, bis sein Prozess beginnt – und dieser soll erst in einem Jahr stattfinden. Der Schluss des Films ist vielleicht die einzig logische Konsequenz, um die Ehe zu retten…
Fazit
„In The Bedroom“ ist ein sehr gutes und einfühlsames Drama, welches auch kritische Ansätze aufzeigt. Nach dem Film bleibt man noch einige Momente sitzen, um das gerade Gesehene zu verarbeiten und zu ordnen. Ich kann diesen Film nur empfehlen! Abzug gibt es lediglich für die etwas schwache Performance von Nick Stahl und die für dieses Drama etwas zu lang geratene Zeit zum Klimax. Dennoch ist „In The Bedroom“ ein Drama aus der Spitzengruppe. 8 / 10
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