Eine Kritik von Df3nZ187 (Bewertung des Films: 7/10) eingetragen am 27.12.2009, seitdem 364 Mal gelesen
Die Marke „Blood – The last Vampire“ hat ja bisher schon so einiges hervorgebracht, über den anfänglichen Animefilm, zu Manga, Novel, Anime-TV-Serie und sogar Computerspiel. Nun kommt also eine Realfilm-Umsetzung hinzu, unter französisch-chinesisch-japanischer Ägide und mit Chris Nahon („Kiss of the Dragon“) auf dem Regiestuhl.
Was die Story-Kohärenz zwischen den einzelnen Produktionen angeht, so war es damit bisher noch nie so sonderlich weit her, für den Realfilm hat man sich allerdings den ersten Anime als Basis ausgesucht und steigt auch recht vertraut in die Materie ein. Die gesamte Eröffnung in der U-Bahn ist mehr oder weniger eine 1zu1 Kopie des Animes und auch das Grundgerüst rund um die Ermittlungen auf der US-Basis und Saya als Undercover-Schülerin hat man sich dort entliehen, damit Enden die Übereinstimmungen dann allerdings auch recht bald.
In der Figur der Alice wurde eine zweite weibliche Hauptrolle eingeführt und das Geschehen um eine weitere Variation von Sayas Ursprüngen ergänzt, die nun nicht mehr der letzte reinrassige Dämon (ich bleib mal dabei und benutze nicht das titelgebende Vampir), sondern ein Mischlingskind ist, also betrachten man den Film am besten als weiteres „Was wäre wenn“-Paralleluniversum.
Doch so viel zum ganzen „Blood“-Drumherum, wie ist nun der Film selber?
Nun ja, kurz gesagt, ganz okay.
Die Story ist sicher nicht gerade das beste was man in Sachen Vampire so bisher sehen konnte, leidet eher unter dem super geheime Geheimorganisation-Problem das einerseits alles Mögliche erklären soll, selbst aber durch und durch unlogisch ist. Nichts desto trotz schreitet sie flott voran und ist durchaus spannend und actionreich erzählt, so dass der Film recht kurzweilig zu schauen ist.
Generell liegt der Fokus eindeutig auf einem ordentlichen Maß an Swordsplay (Saya kämpft immer mit dem Katana ihres Vaters) und Schnetzelaction, die für meinen Geschmack auch solide und im inzwischen nicht mehr wegzudenkenden Matrix-Stil geliefert wird. Generell ist der gesamte Look des Films sehr comichaft, Farbgebung und Licht sind meist immer durchkomponiert und der Film generell mit jeder Menge CGI aufgepimpt.
Das funktioniert oft ganz gut und stimmig wie bei den meisten Umgebungen usw., musste sich aber auch viel böse Kritik gefallen lassen, besonders im Falle der Blut- und Creature-Effekte. Wobei ich sagen muss das mich erstere eigentlich kaum gestört haben, das Blut ist sicherlich nicht realistisch und meist übertrieben, aber zum generellen Comiclook passt es irgendwie sogar. Ganz anders wirken da hingegen die verwandelten Vampire, die wirklich wie hässliche, verbeulte, graue Klumpen aussehen, dafür aber gottseidank auch nur selten zum Einsatz kommen. In wie weit die Schwächen bei den Effekten da Budgetschwierigkeiten oder einfach nur Unvermögen oder Unlust zu besserer Arbeit geschuldet sind sei mal dahin gestellt. Es ist aber durchaus verlockend den direkten Vergleich zur „Underworld“-Reihe zu ziehen (besonders da hier wie da ein kleiner LKW-Fight eingebaut wurde), die sicherlich auch nicht die größten Blockbuster-Budgets zur Verfügung hatte und trotzdem deutlich besseres zu bieten hat.
Aber wie gesagt, am Ende kann man „Blood – The last Vampire“ trotzdem ganz gut schauen, der Film ist schnell und vor allem nicht langweilig. Es kommt wohl auch darauf an mit welcher Motivation man an ihn herantritt, ob als Fan des „Blood“-Franchise oder einfach nur in der Hoffnung einen guten Vampir-Schnetzler ala Blade zu finden.
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