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Ghostbusters - Die Geisterjäger (1984)
Eine Kritik von Blade Runner (Bewertung des Films: 8/10) eingetragen am 23.09.2005, seitdem 1238 Mal gelesen
Wenn sich eingespielte Comedians zusammentun, ihre kreativen Gene einmal so richtig von den Zügeln lassen und vor Ideen nur so übersprudeln, dann spricht man in drei von vier Fällen von den „Ghost Busters“ – ein denkbar gelungenes Stück Fantasy der Achtziger mit seinerzeit maximalem Unterhaltungswert. Der Humor hat etwas Staub angesetzt, wirkt heute etwas infantiler als damals, und die liebevollen Effekte sind natürlich auch überholt, aber dem Filmspaß tut dies keinen Abbruch.
Denn was Komödienspezialist Ivan Reitman („Twins“, „Evolution“) hier zusammen mit den beiden Hauptdarstellern und Drehbuchautoren Dan Aykroyd („The Blues Brothers“, „Spies Like Us“) / Harold Ramis („Stripes“, „Stealing Home“) braute, ist ausgemachter Unfug (Das meine ich hier positiv...), der neben einer Fortsetzung ebenfalls etliche Trickserien nach sich zog und seinerzeit auch mein Kinderzimmer in Form von Spielfiguren, Bettwäsche und Postern mitgestaltete.
Dass New York ein schlimmes Pflaster ist, hat uns der Big Apple in unzähligen Filmen mitgeteilt. Dass dort allerdings auch Geister die Einwohner terrorisieren, war uns bis dato unbekannt und ein gefundenes Fressen für die drei Parapsychologen Doktor Peter Venkman (Bill Murray, „Groundhog Day“, „Lost in Translation“), Doktor Raymond Stantz (Aykroyd) und Doktor Egon Spengler (Ramis). Drei Typen, die nicht unterschiedlicher sein könnten, aber aus diversen Gründen vom Übersinnlichen fasziniert sind. Venkman, der Frauenheld und Zyniker, betrachtet seine Kollegen zwar erst sarkastisch und belächelnd, muss aber in der Bibliothek plötzlich feststellen, dass die beiden mit ihren Theorien über Geister wohl gar nicht mal so falsch liegen. Also dann auch noch ein mächtiger, sumerischer Dämon in die Menschenwelt eindringen will, scheinen sie die einzigen, die vorbereitet sind. Denn als selbstständige Geisterjäger sind sie dank häufiger Erscheinungen bald Volkshelden...
Neben der abgefahrenen, schrillen Geschäftsidee, die in einer heruntergekommenen Feuerwehrstation mit einem zu hohen Mietpreis ihren Anfang nimmt, und den völlig verschiedenen Geisterformaten (vom kultigen Slimer über Bibliothekarinnen bis hin zu Höllenwesen ist alles vertreten..) beziehungsweise der effektreichen Jagd auf diese mittels selbstgebastelter Waffen und Fallen, punktet vor allem die Figurenkonstellation.
Bill Murray ist als Venkman der unangefochtene Star, der dem Film die nötige Selbstironie großzügig eintrichtert, alles lakonisch kommentieren muss, den Ruhm in vollen Zügen genießt und in wirklich jeder Situation sein Mundwerk nicht halten kann. Dagegen wirken der eher schüchterne, trottelige Stantz, sowie der rein wissenschaftlich denkende Spengler mit seinem staubtrockenen Humor schon fast wie eine Ergänzung und der erst später dazu stoßende Winston Zeddmore (Ernie Hudson, „Congo“, „Operation Delta Force“) als einziger wie ein Normalo im Team. Natürlich bleiben bei so voneinander abweichenden Charakteren Meinungsverschiedenheiten nicht aus, aber grundsätzlich rauft man sich im Dienste New Yorks zusammen.
In Nebenrollen muss sich Sigourney Weaver („Alien“, „1492: Conquest of Paradise”) besessen und auserwählt etwas unter Wert verkaufen, während Rick Moranis („Little Shop of Horrors“, „Spaceballs“) mir persönlich mit seiner verpeilten Art stets eher auf den Wecker geht, anstatt zu amüsieren.
Macht aber nichts, weil das Hauptaugenmerk auf das Helden-Quartett gerichtet bleibt und die müssen sich final bekanntlich mit dem Marshmellow-Mann auseinander setzen.
Der wilde Mix funktioniert bei „Ghostbusters“ leider nicht immer. Insbesondere der Showdown, bei dem die Vier gegen den sumerischen Obermotz antreten, der nebenher von zwei Höllenhunden begleitet wird, beißt sich, weil reichlich bedrohlich und wenig kindgerecht geraten, deutlich mit der sonst hier so dominanten Familienunterhaltung. Trotz diverser Hommagen an King Kong und Co schießt man hierbei ein wenig über das Ziel hinaus. Bleibt aber auch der einzige echte Ausrutscher des Films.
Denn ansonsten kann man sich hier wirklich kaum satt sehen. Tolle und vor allem abwechslungs- und ideenreiche Tricks (der Kühlschrank mit der höllischen Vision..) wechseln sich mit wiederum mit Passagen einer reinen Komödien, nur um wann wieder zu gruseln. Immer wieder amüsieren diverse, oft improvisierte, neue Erfindungen von Spengler, die Venkman entsprechend zu kommentieren weiß. Wenn nichts mehr geht, bedient man sich der Aberwitzigkeit. Final werden die Geisterjäger wie rückkehrende Astronauten zu Ray Parker Jrs Theme von der Stadt gefeiert..
Wer diesen Klassiker nun sich tatsächlich noch nie zu Gemüte geführt hat, der sollte das schnellstens nachholen. „Ghost Busters“ ist nicht DAS Gagfeuerwerk schlechthin, aber er hat tolle Darsteller mit herrlichen Dialogen und nach seiner etwas verschleppten Exposition auch ein ständig hohes Tempo, bei dem der Zuschauer von effektreichen Geisterjagden regelmäßig attackiert wird. Richtig zum Gruseln ist das natürlich nur noch für die Kleinen...
Fazit:
Abgefahrene Fantasykomödie mit erstklassigen Darstellern, viel Wortwitz und tollen Effekten, der damals wie heute Kult darstellt, allerdings auch leicht in die Jahre gekommen ist und heute nicht mehr ganz so rasant, effektgeladen und durchgeknallt wie damals daherkommt. Man stumpft mit jedem neuen audiovisuellen Overkill leider ab. Dennoch muss jeder Zuschauer die Liebe, die Sorgfalt und den Spaß hinter „Ghost Busters“ selbst erfahren.
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