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Beautiful Mind - Genie und Wahnsinn, A (2001)

Eine Kritik von Der Mann mit dem Plan (Bewertung des Films: 3/10)
eingetragen am 03.04.2002, seitdem 2727 Mal gelesen


Ich habe selten einen Schauspieler derart dem Oscar hinterhecheln sehen wie Russell Crowe in "A Beautiful Mind". Schon Dustin Hoffman in "Rain Man" hat mir nie so hundertprozentig gefallen. Und nun das!

"A Beautiful Mind" - eine Geschichte über einen genialen Mathematiker, ein Mensch, der keine sozialen Kontakte pflegen kann, aber perfekt mit Zahlen jonglieren kann. John Nash hat in den 60er Jahren eine brillante Theorie veröffentlicht, auf die ich hier nicht näher eingehen kann und will. Er steht im Staatsdienst und ist auch noch als Lehrer an der Uni unterwegs. Eine seiner schönen Schülerinnen (Jennifer Connelly - waren ihre früheren Rollen so erstklassig, kriegt sie den Oscar ausgerechnet für einen ihrer schwächsten Filme. Man denke mal an "Es war einmal in Amerika", "Dark City", "Phenomena", oder "Nach eigenen Regeln") verliebt sich in den scheuen Soziopath und heiratet ihn.

Dann beginnen die stärksten Sequenzen des Films: Nash wird zu einer Art Geheimagent, der aus amerikanischen Zeitschriften Buchstabencodes ableiten soll, die die Russen zur Verständigung bezüglich eines Bombenattentats benutzen. Sein bester und einziger Freund scheint ihn allerdings an die Russen verraten haben, als immer mehr dunkle Personen hinter ihm her sind. Doch diese "Russen" geben sich als Professoren aus (u.a. der großartige Christopher Plummer), und wollen dem Mathematiker weißmachen, er wäre schizophren.

Wie man weiß, leidete Nash wirklich an Schizophrenie, und so wird in der zweiten Hälfte des Films patriotistisch und klischeehaft gegen die Krankheit angekämpft. Und jedes Mal wenn Crowe sagt: "Ich werde diese Krankheit bekämpfen!", habe ich das Gefühl der ganze Film ist nur gedreht weil die Filmemacher scharf auf die Oscars waren.

Auch Regisseur Ron Howard ist wohl einer der übelsten Saubermänner Hollywoods. Der Regisseur von Filmen wie "Willow", "Apollo 13", "Cocoon", "Nightshift" (ne Obergurke!) oder "Backdraft" ist in keinem seiner Filme je ein inszenatorisches Risiko eingegangen. Immer aalglatt auf Nummer Sicher gegangen! Und genauso ist auch "A Beautiful Mind": glatt, romantisiert und irgendwie schal.

Für wirklich gute Krankheitsgeschichten schaut man sich da lieber den wirklich persönlicheren "Rain Man" oder den ähnlich kalkulierten, aber weitaus schöneren, weil emotionaleren "Zeit des Erwachens" an. Wer Schizophrenie auf Zelluloid sehen will, kommt um "Psycho" nicht herum.


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