Ansicht eines Reviews

Schwarze Herz, Das (2009)

Eine Kritik von Maichklang (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 17.12.2009, seitdem 1418 Mal gelesen


Recht übersinnlich, wenn ein transplantiertes Herz Informationen speichert, so dass der mit dem neuen Organ die letzten Momente des Organspenders visualisieren kann.
Aber okay, recht frei nach Edgar Allan Poe haben in den letzten Jahren einige Autoren ihren Streifen aufgezogen, denn von der Vorlage „Das verräterische Herz“ ist hier nicht mehr allzu viel auszumachen.

Terry (Josh Lucas) wurde einer Herztransplantation unterzogen, die ohne Komplikationen ablief. Doch nach geraumer Zeit beginnt sein neues Herz in Anwesenheit eines Sanitäters schneller zu schlagen und er hat Visionen eines Verbrechens, welches er mit dem Gesicht des ihm eigentlich fremdem Mannes in Verbindung bringt.
Terry ist sich sicher: Sein Herz ist das Organ eines Mordopfers und er spürt, dass dieser Sanitäter nicht als einziger in die Tat verwickelt war…

Transplantierte Organe und ihr Eigenleben, - da erinnert man sich gerne mal an „Body Parts“, in dem es gleich um mehrere Körperteile ging, die auf Dauer ein mörderisches Eigenleben führten.
Hier ist der Organträger ein liebevoller Vater, der sich fürsorglich um die kranke Tochter Angela kümmert und schon bald mehr als freundschaftlichen Kontakt zur Kinderärztin Elizabeth (Lena Headey) knüpft. Als Terry eines Nachts jenem Sanitäter begegnet, tötet er ihn in Notwehr, doch von Rachegefühlen ist zunächst keine Rede, da er vielmehr daran interessiert ist, etwas über seinen eigentlich anonymen Spender herauszufinden.
Doch nach unbeobachteter Einsicht in die Krankenunterlagen kommt er einem perfiden Verbrechen auf die Spur.

Die eher ruhig erzählte Geschichte ist sich zuweilen nicht einig, welche Töne sie einschlagen will und wechselt mitunter recht abrupt von Momenten liebevoller Zweisamkeit (Tochter/Ärztin) zu Szenen, die aufgrund ihrer unvermittelten Härte einen unerwarteten Kontrast darstellen, besonders auf visueller Ebene.
Die ansonsten schnörkellose Inszenierung setzt da einige merkwürdige Schwerpunkte und so kommt man von verträumten Momenten auf der Veranda zu einem quasi zu Matsch getretenen Gesicht. Man könnte auch rein interpretieren: In Terry schlagen zwei Herzen, die mit seiner Emotionswelt nicht in Einklang zu bringen sind, doch das ginge über die ohnehin reichlich hanebüchene Prämisse weit hinaus, dass ein transplantiertes Herz Informationen ans Gehirn weiterleitet.

Zum Funktionieren der Story nehmen wir das natürlich ohne größere Rückfragen hin und freuen uns über einen herrlich schmierigen Brian Cox, der die Nebenfigur eines älteren Cops verkörpert und schon bald mit Terry in Kontakt tritt.
Zwar werden diese Begegnungen aus moralischer Sicht immer dubioser, sie entbehren aber nicht einer spannenden Doppelmoral, was ein kleiner Twist gegen Ende untermauert.

Vom Ablauf her ist die Sache letztlich aber recht konventionell aufgezogen und gestaltet sich nur gegen Ende ein wenig spannender, als Terry hinter das komplette Geheimnis seines Spenders kommt und ein finaler Twist noch einen kleinen Nadelstich in die Magengegend setzt.
Denn ansonsten, mal abgesehen von den rein medizinischen Aspekten, kennt man diese Vorgänge, dass jemand nachforscht, so etwas wie eine Verschwörung um eine bestimmte Person aufzudecken glaubt und am Schluss der Gelackmeierte ist, weil die Nachforschungen (und das was zum Teil Taten folgen lässt) für einige Involvierte wesentlich zu weit geht.
Die groben Verlaufsmuster überraschen in diesem Kontext gewiss nicht.

Dennoch bietet „Tell-Tale“ eine halbwegs unterhaltsame Geschichte, die zwar noch ein wenig mehr Emotionalität hätte vertragen können, in seinen ruhigen, zwischenmenschlichen Momenten aber durchaus überzeugt, darstellerisch authentisch rüberkommt und lediglich aus medizinischer Sicht ein paar völlig abstruse Thesen einbindet.
Wenn man ohne höhere Erwartungen rangeht reicht das für eine Sichtung, man sollte allerdings keinen Rächer oder Superhelden mit Doppelherz erwarten…
Knapp
6 von 10


Surprise me!
"Surprise me!" BETA
Lassen Sie sich überraschen! Wir führen Sie zu einem zufälligen Treffer zu einem Thema Ihrer Wahl... Wollen Sie eine andere Kritik von "Maichklang" lesen? Oder ein anderes Review zu "Schwarze Herz, Das (2009)"?


Zur Übersichtsseite des Films
Liste aller lokalen Reviews von Maichklang

Zurück





Copyright © 1999-2012 KI Media GbR
Alle Rechte vorbehalten.
Nutzungsbedingungen · Werben · Impressum
Hosted by Net-Build



Quicksearch






User-Center

Benutzername: 
Paßwort:
Login nur für diese Sitzung:

·

255 Besucher online





Abonnement


Abonnement - Bitte erst anmelden
Melden Sie sich bitte an, um Abonnements vornehmen zu können



Neue Reviews


Paragraph 78: Punkt 1 (2007)
Traxx (1988)
Scorpion King 3 - Kampf um den Thron, The (2012)
Men Suddenly in Love (2011)
Gefährten (2011)



News


Unser News-Bereich wurde überarbeitet und wird in Kürze weiter ausgebaut werden, damit Sie stets aktuell über alle Neuigkeiten rund um die Welt des Films informiert sind.

» Zum neuen News-Bereich